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Unser Rückblick auf die Screenforce Days 2019

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Zwei Tage lang zelebrierte die Branche „The Magic of Total Video“ bei den Screenforce Days in Köln. Quotenmeter.de schaut auf das Media-Event in Text und Bild zurück…

Mehr zu den Screenforce Days

  • Unsere Tageszusammenfassung von Mittwoch können Sie hier noch einmal nachlesen.
  • Alles zu den "Screenforce Days" finden Sie im Special bei Quotenmeter.de, zu dem es mit einem Klick hier geht.
6,3 Millionen Minuten seines Lebens soll der durchschnittliche Bundesbürger vor dem Fernseher verbringen. Das entspricht nicht ganz zwölf Jahren - und ist eine durchaus stattliche Zeit, wenn man bedenkt, dass nur rund acht Jahre aufs Arbeiten entfallen. Die Daten der Zeitschrift P.M. zeigen: Noch hat das Fernsehen allen Grund, sich selbst zu feiern. Wie gut, dass es dafür das Branchenvent Screenforce Days gibt. Dieses war, um es gleich vorweg zu sagen, auch in diesem Jahr sehr professionell organisiert.

Der Rahmen stimmte also und die Werbevermarkter und Sendergruppen hatten so wieder die Möglichkeit, sich den Teilnehmern im Publikum von ihrer besten Seite zu zeigen. Von imposanten Bühnenshows und jeder Menge Feuerwerk begleitet legten die Sender dar, womit sie in der kommenden TV-Saison punkten wollen. Unterstützt durch viele Zahlen und Erfolgsmeldungen unterstrichen sie, warum gerade ihr Programmumfeld das beste zum Schalten von Werbung ist.

Umso angenehmer fiel vor diesem Hintergrund der Auftritt von El Cartel Media und RTL II aus. Wie in den Vorjahren auch stellten die Verantwortlichen hier ein herrlich verrücktes, zugleich aber bodenständiges und selbstironisches Screening auf die Beine. Würde er alle Marktanteilssteigerungen zusammenrechnen, die ihm hier präsentiert wurden, käme er auf über 100 Prozent, witzelte RTL II-Senderchef Andreas Bartl, der im Pilotenkostüm auftrat. „Sie können froh sein, dass ich überhaupt was anhabe“, sagte er weiter und spielte damit auf «Naked Attraction» an. Die Sympathien des Publikums hatte Bartl damit auf seiner Seite.

So viel Show wie bei RTL II bot sich den Anwesenden nicht bei jedem Screening. Sky Media etwa zauberte eine professionelle Tanzperformance auf die Bühne, präsentierte sonst aber vor allem Bekanntes und feierte sich für exklusive Sportrechte und eigene Hits im Serienbereich. Discovery punktete unterdessen mit Fabian Hambüchen, der bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 dabei sein wird. Im Falle von TLC setzte man hingegen vor allem auf Erfolgsmeldungen, während DMAX die Ambition ausgab, erfolgreichster Männersender in Deutschland werden zu wollen. Für richtig Stimmung sorgte Visoon, das für sein Screening David Hasselhoff gebucht hatte. Als dieser dann noch „Looking For Freedom“ performte, hatten die Verantwortlichen den Saal auf ihrer Seite.


Das erste Screening hatte am Donnerstagvormittag RTL gezeigt, den roten Faden ließen die Verantwortlichen hier aber etwas vermissen. Ein Trailer mit Chris Tall, dazu die Vorstellung von TV Now, der ausführliche Blick auf VOX und RTL und auch noch ein «Wer wird Millionär?» mit Matthias Dang und Günther Jauch - viele gute Ideen, aber vielleicht wäre in diesem Falle weniger tatsächlich mehr gewesen. Die angesetzte Zeit von 90 Minuten überschritt man damit jedenfalls deutlich - und auch der Spannungsbogen funktionierte dramaturgisch nach hinten hin nicht mehr richtig.

Sehr sympathisch präsentierte sich dafür VOX mit seinem neuen Chef Sascha Schwingel, und auch Super RTL bewies bei seiner Vorstellung mit einem Clip durchaus Humor. Dafür dürfte sich seitens RTL wohl manch einer mehr Details zu den anstehenden Programmhighlights gewünscht haben. Die Ankündigung dieser fiel teils recht wage aus, teils wurde gar nicht richtig drauf eingegangen. Anstatt neue Innovationen für die problemreiche Daytime anzukündigen, blieb RTL-Senderchef Jörg Graf lieber allgemeiner und versprach insgesamt mehr Live-Events.

In der Hinsicht hatte ProSiebenSat.1 am Mittwoch das eine oder andere Highlight mehr zu bieten gehabt. Spannend bei beiden Sendergruppen: Bevor es in den Screenings um die Programme der linearen Sender ging, widmete man sich den eigenen Streaming-Angeboten Joyn und TV Now. Die Vorstellung des gemeinsamen Joint Ventures von AdAlliance und SevenOne Media „d-force“ fand am Mittwoch sogar losgelöst von den Screenings statt. Damit wollen die Sender für einen neuen Buchungsstandard bei Adressable TV sorgen - und reagieren so zugleich auf Kritik der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM).

Keine Frage, in der Branche ist einiges in Bewegung, das haben auch die Screenforce Days 2019 noch einmal verdeutlicht. Hatten die Vermarkter 2018 noch das Rekordvolumen von Investitionen in eigene Programinhalte betont, standen diesmal Multichannel-Strategien, Crossmedialität und Video-on-Demand im Vordergrund. Lineares Fernsehen kann und lineares Fernsehen wird demnach nicht mehr alleine gedacht. Nach zwei Tagen mit reichlich Feuerwerk und Bühnenshows geht es für die Verantwortlichen in den Sendergruppen zurück an die Arbeit - und die darf man jetzt mit einem neuen Schub an Energie aufnehmen. Mit weit über 2000 Teilnehmern war das Interesse an den Screenforce Days 2019 groß wie nie. Wenn das mal kein Mut machendes Signal ist…

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