Jetzt hat ProSieben ein echtes Mittwochs-Problem

Die Primetime des Münchner Senders war eine einzige Katastrophe. Nimmt man jetzt alle US-Serien aus dem Programm und verärgert somit ihre Fans?

ProSieben-Chef Daniel Rosemann hat derzeit mehr Baustellen in der Primetime als ihm lieb sein dürfte. Besonders was den Mittwochabend angeht, hat er eine schwere Entscheidung zu treffen. Er wird dies in Hinblick auf die diese Woche generierten Zahlen tun. Die da wären: Das um 22.15 Uhr gesendete «Code Black» (Foto), das vor einigen Wochen kurzfristig in die Presche springen musste, floppte mit 3,8 Prozent bei den Jungen. Die in Amerika gefeierte Hit-Serie «This Is Us» holte in der Stunde davor nur noch 4,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Dass beide Werte neue Negativ-Rekorde sind, ist naheliegend. «This Is Us» verlor gegenüber Ende Juli nochmal 1,3 Prozentpunkte. Und auch das neue 20.15-Uhr-Format «Pure Genius» machte mit 5,1 Prozent eine richtig schlechte Figur. Eigentlich möchte ProSieben ja zehn Prozent oder mehr erreichen. 0,58 Millionen Zuschauer um 20.15 Uhr waren das Maximum am Mittwoch. Unter den acht Vollprogrammen landete ProSieben somit auf Platz acht – nicht der Anspruch des Senders.

Konkret muss Rosemann jetzt abwägen: Setzt der mittwochs auf Filme (und später auf eine neue Programmfarbe) und würde damit wohl kurzfristig bessere Werte generieren oder vermeidet er es, Serienfans noch weiter zu verärgern. Auch wenn ProSieben zuletzt kaum Serien mitten in einer Staffel abbrach, hat man immer noch eben dieses Image. Und das könnte bei weiteren Neustarts hinderlich sein. Eine Tendenz, was passieren wird, ist kaum auszumachen. Allerdings kann man sich solche Zahlen wie diesmal nicht allzu lange anschauen.
03.08.2017 08:57 Uhr  •  Manuel Weis Kurz-URL: qmde.de/94862