Preisgekrönte Filme: «The Impossible» überzeugt, Snowden-Doku nicht

Das spanische Drama konnte allerdings auch auf den erfolgreich etablierten ZDF-Hollywood-Sendeplatz setzen, während «Citizenfour» sich mit dem Spätabend-Dokuslot herumplagen musste.

Warum eigentlich «Citizenfour»?

Unter diesem Decknamen nahm Edward Snowden einst Kontakt zu Laura Poitras auf - was sich insofern gut traf, dass die Regisseurin zu eben jenem Zeitpunkt ohnehin schon an einem Film arbeitete, der sich mit dem Thema Massenüberwachung beschäftigen sollte.
Der Name Edward Snowden steht längst für eines der größten Schreckensbilder, das Datenkraken wie der US-Geheimdienst NSA überhaupt haben - und für einen der größten Helden der nach Freiheit strebenden, jungen Online-Community. Für die breite Bevölkerung ist der Whistleblower allerdings ganz offenkundig noch immer nicht interessant genug, als dass sie sich einen 90-minütigen Dokumentarfilm mit ihm anschauen würde. Die Free-TV-Premiere von «Citizenfour» erreichte jedenfalls um 23 Uhr im Ersten Deutschen Fernsehen gerade einmal 0,74 Millionen Zuschauer und miese 6,6 Prozent Marktanteil, während beim jungen Publikum zwischen 14 und 49 Jahren immerhin solide 6,1 Prozent bei 0,28 Millionen zustande kamen.

Das ZDF strahlte derweil bereits ab 22:15 Uhr die Free-TV-Premiere des spanischen Dramas «The Impossible» aus, das mit 2,32 Millionen Zuschauer und 12,3 Prozent beim Gesamtpublikum ebenso zu überzeugen wusste wie bei den Jüngeren, wo 7,0 Prozent bei 0,50 Millionen zustande kamen. Naomi Watts hatte eine Oscar-Nominierung für ihre Darsteller-Leistung einheimst, während «Citizenfour» gar als beste Dokumentation einen der begehrten Academy Awards abgreifen konnte.

Zur besten Sendezeit setzte das Zweite auf eine weitere Ausgabe des «Spreewaldkrimis», der auch diesmal wieder zu punkten wusste. Durchschnittlich 4,89 Millionen Menschen ließen sich von «Die Sturmnacht» in ihren Bann ziehen, während «Vorsicht, Verbraucherfalle!» im Ersten nicht über 3,44 Millionen hinaus kam. Die Folge waren sehr gute 14,7 bzw. mittelprächtige 10,4 Prozent aller Fernsehenden. Beim jungen Publikum wussten allerdings beide Stoffe zu punkten: Der ZDF-Spielfilm kam auf gute 7,3 Prozent bei 0,87 Millionen, die Verbraucherdoku auf kaum schwächere 6,6 Prozent bei 0,77 Millionen. Der «Spreewaldkrimi» hatte am Vortag bereits bei ZDFneo überzeugt (wir berichteten).
24.11.2015 09:29 Uhr  •  Manuel Nunez Sanchez Kurz-URL: qmde.de/82202