«Sturm der Liebe» schnauft zum Jubiläum durch

Die Dailynovela wird 10 Jahre alt - am Dienstag gibt es deshalb eine sehr musikalische Folge. Außerdem im Soap-Check: Was Susan Sideropoulos zum «Mila»-Aus sagt...

Es ist die vielleicht verrückteste Folge einer ARD-Daily aller Zeiten. «Sturm der Liebe» wird 10 Jahre alt, 2304 Episoden sind bereits gelaufen. Nun wird Kult-Figur Alfons in Hypnose versetzt und hat einen Traum: Während er in der schal gewordenen Ehe mit Charlotte ein freudloses Dasein fristet, kommt Hildegard als reiche Witwe mit einem Herzen voller Bitterkeit an den verschuldeten „Fürstenhof“ - schließlich hat Alfons ihre Liebe einst verschmäht. Während André als Heiratsschwindler aufkreuzt und an der vermeintlich reichen Beatrice Interesse hegt, begegnen Alfons und Hildegard einander. Bei ihrem Treffen wird klar, wie sehr sich beide nacheinander sehnen, doch während Alfons sich neu in Hildegard verliebt, glaubt diese, dass es zu spät ist …

Natascha ist in Alfons' mit Gesang und Tanz gespicktem Traum ein hoffnungslos in Michael verliebtes Zimmermädchen, das zu schüchtern ist, ihr Talent als Sängerin auszuprobieren. Michael wird aber auf sie aufmerksam, als sie aus Liebeskummer eine herzzerreißende Nummer schmettert und ermutigt sie zu einem öffentlichen Auftritt im Blauen Salon. Dank der Hexenkünste von Luisa und Sebastian wird der Auftritt eine Achterbahnfahrt zwischen Desaster und Triumpf. Am Ende erntet Natascha großen Beifall und gewinnt das Herz ihres Traumprinzen Michael. Einen solchen Unfug kann sich nur leisten, wer sonst in absolut sicherem Gewässer schwimmt. Und genau das trifft auf die Geschichten aus dem Fürstenhof zu.

Auch in Staffel 10 begeistert das Ensemble immer noch nahezu 20 Prozent der Umworbenen zum Einschalten. Zwar sieht es so aus, als könnte die Staffel erstmals die 20-Prozent-Marke knapp verfehlen, angesichts der zunehmenden Fragmentierung des Marktes auch am Nachmittag, ist dies immer noch ein unglaublicher Erfolg. In den vergangenen Wochen zeigte der Quotentrend der Geschichten leicht nach unten; bis Juni waren eigentlich Werte von mehr als 20 Prozent die Regel, während der Ferienzeit gab es aber auch Ausrutscher in Sachen Wochenschnitt auf nur noch gut 18 Prozent. Oder anders gesagt: Seit fünf Wochen ist «Sturm der Liebe» kein Wochenschnitt von mehr als 19 Prozent geglückt.

Die bei den 14- bis 49-Jährigen gemessenen 6,1 Prozent in der Vorwoche waren gar das schwächste Ergebnis seit Fasching 2015. Von den zwischendurch immer mal wieder erreichten neun Prozent ist das Format weit entfernt. Einen Teil dazu beigetragen hatte sicherlich die neue ZDF-Konkurrenz durch «Bares für Rares», die – gut für’s Erste – inzwischen den Platz wieder frei gemacht hat. In der Vorwoche lief derweil die Freitags-Folge mit exakt 19 Prozent am Besten. Interessant auch noch: Die bisher letzte Ausgabe, die bei allen Zuschauern mehr als 20 Prozent Marktanteil generierte, lief am 20. August, also ist schon ein Weilchen her. Entsprechend wäre dem Format zu seinem 10. Jahrestag ein solcher Erfolg ja fast schon wieder zu wünschen.


Und so geht es weiter:
In «Rote Rosen» stehen Eliane und Analena ohne es zu wollen auf Kriegsfuß, weil jede falsch versteht, was die andere macht. Als Eliane eine Versöhnung beginnen und ihrer Mutter als Geste der Zuneigung einen neuen Koffer schenken will, wertet Analena das als Rauswurf und will auf der Stelle abreisen … Henri ist nach Eddas spontanem Kuss im siebten Himmel, weiß aber nicht, wie er sich Theo gegenüber verhalten soll. Zumal Edda sogar freimütig Theo davon berichtet. Die Einzige, die kein Problem damit hat, beide Jungs zu lieben, ist Edda.

Lasse wartet angespannt auf die Ankunft von Baakir, Imanis Bruder. Doch die Wiederbegegnung verläuft harmonisch. Bis Baakir den Grund seines Besuches enthüllt. Später nimmt Lasse durchaus bewegt das symbolträchtige Geschenk von Baakir entgegen - die Uhr, die Imani bei ihrem Tod getragen hat. Da erfährt Nora, dass Baakir über den Tod seiner Schwester von falschen Geschehnissen ausgeht, die ihn bis heute quälen. Sie legt Lasse nahe, die Wahrheit zu sagen. Baakir ist geschockt und wirft Lasse vor, Schuld am Tod der geliebten Schwester zu sein …

Bei den vergangene Woche aus der Sommerpause zurückgekehrten jungen Ärzten von «In aller Freundschaft» am ARD-Vorabend steckt Ben Ahlbeck nach schwierigen OPs in einem depressiven Loch. Weder sein Freund Elias Bähr noch Leyla Sherbaz, die sich fürsorglich um Ben kümmern möchte, kommen an ihn heran. Als herauskommt, dass Ben nicht einmal seiner Familie von dem tragischen Verlauf seines Unfalls erzählt hat, sind die jungen Ärzte alarmiert. Sie müssen ihrem Freund und Kollegen doch irgendwie helfen können. Leylas Tochter, Zoe Sherbaz, ist währenddessen nach einem Einbruch in ein Schwimmbad zu Sozialstunden verurteilt wurden. Einen Teil dieser Stunden soll Zoe, auf Wunsch ihrer Mutter im Johannes-Thal-Klinikum ableisten. Dort erfährt die aufgeweckte 16-jährige von den wahren Ereignissen zwischen ihrer Mutter Leyla und dem verletzten Ben Ahlbeck. Zoe ist überrascht, denn so kennt sie ihre Mutter gar nicht. Herbert Scholz wird nach einem Überfall auf seine Pfandleihe von Assistenzärztin Elly Winter in die Notaufnahme gebracht. Neben den Schmerzen, die er aufgrund seiner Schnittverletzungen hat, will er vor allem mit der Polizei sprechen. Denn der Einbrecher hat ein wertvolles silbernes Etui geklaut, an dem Herr Scholz sehr zu hängen scheint. Als wenig später ein weiterer Patient, Alexander Scholz, mit starken Schmerzen im Knie eingeliefert wird, stellen die Ärzte überrascht fest, dass es sich bei Herbert und Alexander um Vater und Sohn handelt. Die beiden hatten jahrelang keinen Kontakt und begegnen sich nun im Johannes-Thal-Klinikum wieder.

Einen neuen Sendeplatz bekommt derweil bekanntermaßen die abgesetzte Sat.1-Daily «Mila», bei der die verantwortlichen Autoren in diesen Stunden mit Hochdruck daran arbeiten, die Produktion zu Ende zu bringen und eine passenden Fluchtweg in der Storyline ausfindig zu machen. Die Serie mit Susan Sideropoulos wird künftig samstags bei sixx im Fünferpack gezeigt – wohl auch mit niedrigerer Werbeauslastung, da fünf Episoden in 120 Minuten zu sehen sein sollen. Nach dem Tobi-Trauma wird der Hauptfigur am Samstagabend ein Titten-Trauma diagnostiziert – Mila aber natürlich will genau das nicht wahr haben. Erst als sie den ganzen Tag über von Brüsten in sämtlichen Variationen verfolgt wird, gibt sich Mila geschlagen: Mila muss eingestehen. Dieser bescheuerte Tobi hat ihr tatsächlich das Herz gebrochen.

Was sonst noch war:
Susan Sideropoulos hat sich übrigens via Facebook zur raschen Absetzung ihrer Serie geäußert: „Küsse euch & Danke für euer wundervolles Feedback zu «Mila» eine mutige Serie, voller Herz, Witz, dem großartigsten Schauspieler Cast & zauberhaftesten Team“, heißt es dort wörtlich. Sideropoulos wird Sat.1 erhalten bleiben und zum Beispiel in der Jury der neuen Show «Got to Dance Kids» sitzen.
22.09.2015 11:00 Uhr  •  Manuel Weis Kurz-URL: qmde.de/80908