Nach dem #Faketopia-Gate folgt für den Münchner Privatsender und die bis dato rennomierte Produktionsfirma Talpa die Nagelprobe. Wie gehen sie mit den Vorkommnissen um? Zählt künftig Ehrlichkeit oder Mogelei?
Wenn schon nicht für die Masse an Fans, dann wenigstens für Branchenbeobachter: Spannend ist, was in diesen Stunden in Königs Wusterhausen, dem Produktionsort des zu «Faketopia» verkommenden «Newtopia» und den Schaltzentralen Berlin (Talpa) und Unterföhring (München) passiert. Nach flächendeckender Berichterstattung über die laut veröffentlichtem Konzept verbotene Einflussnahme von Sender und Produktion in der Nacht auf Montag steht neben der Glaubwürdigkeit der Sat.1-Führungsetage auch die Zukunft von «Newtopia» auf dem Spiel.
Angeblich, so hieß es zumindest am Montagabend, habe man Talpa Germany um exakte Hintergründe des nicht abgestimmten Besuchs der Executive Producerin gebeten, aber anscheinend noch nicht erhalten. Versprochen habe man aber, die Vorgänge lückenlos aufklären zu wollen. Eine erste – und bitter nötige – Transparenz zeigte Sat.1 während der TV-Ausstrahlung am Montag, als man empörte Fans via Einblendung auf die Internetseite der Show verwies und somit das „Faketopia-Gate“ zumindest nicht zu verschweigen versuchte.
Unklar ist zudem auch, wie offen und ehrlich Sat.1 mit dem Thema in der Tageszusammenfassung umgehen wird. Verschiedene wiederkehrende Protagonisten, etwa die Tierärztin, sollen angekündigt haben, das Gelände nicht mehr zu betreten. Durch diese Aussagen dürften – und das belegen auch verschiedene Einblicke in den Live-Stream, – auch die Pioniere von der großen Faketopia-Welle draußen vor den Toren mitbekommen haben. Andeutungen über eventuelle weitere freiwillige Auszüge unter den Pionieren sind gefallen. Ist Sat.1 so mutig und zeigt Ausschnitte aus der Skandal-Nacht und deren Folgen, um zumindest ab jetzt das reale Leben der 15 Kandidaten abzubilden? Auch diese Frage blieb bislang trotz mehrerer Mails an Sender und Produktion unbeantwortet.