Die neue NDR-Show riss konzeptionell wahrlich keine Bäume aus. Mit einfachen Mitteln und überschaubaren Kosten sprang dennoch kurzweilige Unterhaltung heraus.
Während viele Größen der Unterhaltungsbranche dagegen ankämpfen, auf ein Genre fixiert und beschränkt zu werden, hat sich Jörg Pilawa offenbar mit seiner Rolle als Quizonkel nicht nur abgefunden, sondern spielt inzwischen sogar mit diesem Image - immerhin soll sein nächstes Projekt den Titel «Quizonkel.TV» tragen (Quotenmeter.de berichtete). In der neuen NDR-Sendung «Kaum zu glauben!» fungiert Pilawa nun aber erst einmal als Teil eines vierköpfigen Rateteams und nebenbei als kreativer Kopf hinter der Idee. Allzu lange dürfte er für diesen Einfall allerdings nicht getüftelt haben, denn das Format bedient sich munter bei bereits bekannten Shows. Für durchaus launige 60 Minuten Unterhaltung reicht es aber dennoch.
Sowohl Grundidee als auch Umsetzung entsprechen in weiten Teilen der von Harald Schmidt präsentierten Spielshow «Pssst...», auch Sendungen wie «Wer bin ich?» oder «Sag die Wahrheit» funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. Wer also besonders großen Wert auf frische und unverbrauchte Konzepte legt, ist hier völlig an der falschen Stelle. Auch Elemente wie Abwechslungsreichtum oder Spannung sucht man vergebens, stattdessen bekommt man routinierte und kurzweilige Unterhaltung geboten, die zwar professioneller produziert wirkt als bei manch anderem Show-Format der Dritten, sich im Grundton allerdings nicht großartig hiervon unterscheidet. Also keine Angst: Die Namen Pflaume und Pilawa stehen auch im Jahr 2014 nicht vorrangig für Mut und Pioniergeist.
Insgesamt ist «Kaum zu glauben!» eine nette Spielshow für das Abendprogramm eines Senders, der nicht allzu hohe Erwartungen an die Einschaltquote hat. Das Spielprinzip ist schnell zusammengefasst und stellt keine hohen Anforderungen an den Zuschauer, sodass er problemlos Teile der Sendung verpassen kann. Fans der klassischen, innovationsarmen und kurzweiligen Unterhaltung werden hier gut bedient, wer hingegen nach besonderen Fernseherlebnissen strebt, darf unbesorgt abschalten - und in den kommenden sieben Wochen am Montagabend gegen 22:00 Uhr den Norddeutschen Rundfunk meiden.