Nach 17 Jahren brach das ABC-Frühstücksfernsehen die Vorherrschaft von NBC. Und auch sonst tut sich viel bei den US-Newssendungen ...
Alles neu macht … der Herbst: 17 Jahre lang führte NBC mit «Today», der US-Mutter des Frühstücksfernsehens, die Quoten am Vormittag an. Doch im Sommer 2012 überholte der ewige Zweite ABC seinen ärgsten Konkurrenten im Geschäft der morgendlichen Informationsunterhaltung. Lag das ABC-Morgenmagazin «Good Morning America», das zuletzt Mitte der 90er-Jahre die Nase vorn hatte, in den warmen Monaten nur knapp vor NBCs «Today», konnte es im September seinen Vorsprung allmählich ausbauen – und das, obwohl die Sendung derzeit aus gesundheitlichen Gründen ohne die beliebte Co-Anchorwoman Robin Roberts auskommen muss. Innerhalb der ersten vier Wochen der US-Herbstsaison verfolgten durchschnittlich 4,91 Millionen US-Bürger «Good Morning America», womit sich der Abstand gegenüber NBC auf 600.000 Gesamtzuschauer belief.
Bei den für Nachrichtensendungen werberelevanten Erwachsenen entschied sich der Wettstreit zwischen den beiden Morgenmagazinen etwas enger: Zwischen dem 24. September und dem 19. Oktober erreichte «Good Morning America» im Schnitt 1,93 Millionen umworbene Zuschauer, «Today» hingegen kam derweil auf 1,73 Millionen 25- bis 54-Jährige. Dennoch – bei allen und in der spezifischen Altersgruppe platzierte sich «Good Morning America» seit Herbst 1991 nicht mehr so deutlich vor seinem Mitbewerber von NBC. Gegenüber vergangenem Jahr gewann ABCs Frühstücksprogramm um drei Prozent bei den Gesamtzuschauern und um vier Prozent bei den 25- bis 54-Jährigen dazu, während «Today» um 17 beziehungsweise 26 Prozent abgeben musste.
Ein Plus macht in der aktuellen Saison dagegen CBS – die Abendnachrichten des Networks liegen zwar weiterhin auf dem dritten Rang, dank eines Zuschaueranstiegs von guten sechs Prozent kommen die «CBS Evening News With Scott Pelley» nun aber immerhin auf durchschnittlich 6,01 Millionen Wissbegierige. Bei den 25- bis 54-Jährigen ist das Magazin im Schnitt sogar nur noch 120.000 Interessenten von den ABC-«World News» entfernt. Dass CBS abends an seine Konkurrenten anschließen kann, rechnen US-Fernsehbeobachter vor allem dem neuen Anchorman Scott Pelley zu, der im Juni 2011 den Posten von Katie Couric übernahm. Pelley machte sich zuvor als Kriegsreporter und Korrespondent aus Washington, D.C. bei vielen Fernsehenden beliebt.