Disney meldet Wachstum trotz Verlusten im Filmgeschäft

Im zweiten Jahresquartal verbuchte Disney ein Wachstum von sechs Prozent. Vor allem die Themenparks federten den Kinoflop von «John Carter» ab.

Mit dem Sci-Fi-Epos «John Carter» schrieb die Walt Disney Company kürzlich noch negative Wirtschaftsschlagzeilen. Der operative Verlust durch das Realfilmdebüt von «Findet Nemo»-Regisseur Andrew Stanton wurde auf 200 Millionen Dollar bemessen, kurz darauf verließ der Studioboss Rich Ross seinen Posten. Für das Filmstudio beraumten Wirtschaftsexperten nach diesem Debakel ein Minus von 80 bis 120 Millionen Dollar im zweiten Jahresquartal an, die tatsächlichen Zahlen siedelten sich dem offiziellen Report Disneys am unteren Ende dieser Skala an: Der Verlust der Filmstudios soll 84 Millionen Dollar betragen.

Dennoch verzeichnete der Disney-Konzern ein Quartalsplus von sechs Prozent beim Einkommen und ein profitäres Wachstum von 21 Prozent, was hauptsächlich darin begründet liegt, dass die Freizeitparks ein Profitwachstum von 53 Prozent berichteten. Dank hoher Werbepreise verzeichneten die Fernsehsender des Konzerns, darunter das Network ABC, ein Plus von 21 Prozent. Die Aktien des Disney-Konzerns haben gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent an Wert gewonnen.

Aufgrund der massiven Kinoeinnahmen von «The Avengers» erwarten Analysten außerdem deutlich stärkere Wachstumszahlen im dritten Jahresquartal, weil sich dessen Erfolg nicht nur auf das Filmstudio auswirkt, sondern auch für gesteigerte Merchandisingverkäufe der Marvel-Helden sorgt. «The Avengers» brach in den USA den Rekord für das beste Kino-Startwochenende und nahm weltweit innerhalb von zwei Wochen bereits über 700 Millionen Dollar ein.
09.05.2012 10:36 Uhr  •  Sidney Schering Kurz-URL: qmde.de/56594