Sky hat Ärger mit Finanzaufsicht

Die Ausweisung überhöhter Firmenwerte wird dem Unternehmen vorgeworfen. Es drohen Schadensersatzklagen.

Der Ärger mit der Finanzaufsicht BaFin ist für Sky noch immer nicht ausgestanden. Die Süddeutsche Zeitung bringt das Thema in ihrer Dienstagsausgabe wieder auf den Tisch und konkretisiert die Vorwürfe gegen den Münchner Bezahlsender. Dem Artikel zufolge soll Sky überhöhte Firmenwerte und Abonnentenzahlen ausgewiesen haben. Dies werfen Kontrolleure dem Konzern angeblich vor. In Sachen Firmenwert sei ein um 250 Millionen Euro zu hoher Wert im Konzernabschluss 2007 bilanziert worden.

Zudem hätten Aktionäre auf die Risiken der Sublizensierung von Arena hingewiesen werden müssen, meint die BaFin. Dies geschah jedoch nicht. Sky will den Bericht prüfen, möglicherweise müsste man die Geschäftsberichte ab 2007 korrigieren, heißt es aus Unterföhring. Zumindest die falsche Angabe von Abo-Zahlen hat Sky eigentlich schon eingeräumt. Sie wurden unter Ex-CEO Mark Williams nach unten korrigiert.

Auch beim Erwerb der Übertragungsrechte der Fußball-WM 2010 sei nicht alles korrekt abgelaufen, meint die BaFin. Unzulässigerweise wurden die Anschaffungskosten damals auf Free-TV und Pay-TV-Ausstrahlung aufgeteilt. Dadurch sei ein zu niedriger Anteil der Anschaffungskosten den ausgewiesenen Umsatzerlösen als Aufwand zugeordnet worden, heißt es seitens der Behörde.
23.11.2010 11:12 Uhr  •  Manuel Weis Kurz-URL: qmde.de/45991