Die Kritiker: «Wilsberg: Gefahr in Verzug»

Story
Georg Wilsberg bekommt von Torsten Schmitt den Auftrag, dessen Ehefrau Elvira wegen einer angeblichen Affäre zu beschatten. Und tatsächlich beobachtet Wilsberg Elvira, wie sie mit einem Mann ein Hotel betritt. Ein gewöhnlicher Auftrag, wäre da nicht gleichzeitig ein Killer, der in Münster in eben diesem Hotel unter falschem Namen eincheckt, um Elvira zu ermorden. Bei einer vorgetäuschten Geldübergabe erschießt er Elvira, doch sein zweites Opfer, Elviras Partner, kann entkommen.

Vor dem Hotel wird der Killer von Kommissar Overbeck während einer Dienstfahrt überfahren und kommt schwer verletzt ins Krankenhaus. Kriminalrat Landau und Anna Springer sind außer sich und bangen um das Ansehen der Polizei. Um nicht noch weiteren Schaden anzurichten, wird Overbeck bei Wilsberg im Antiquariat zwangseinquartiert, sehr zum gegenseitigen Missfallen der beiden. Während Ekki eine Steuerprüfung bei Landmaschinen Kehrer beginnt und dort von der Prokuristin Karla Berhenke Unterstützung erhält, macht Wilsberg sich auf die Suche nach dem Mann an Elviras Seite.

Darsteller
Leonard Lansink («Ein starkes Team») ist Georg Wilsberg
Oliver Korittke («Das siebte Photo») ist Ekki Talkötter
Rita Russek («Familie ist was Wunderbares») ist Kommissarin Springer
Ina Paule Klink («Die Unbeugsamen») ist Alex
Roland Jankowsky («Die wilden Hühner») ist Overbeck
Melika Foroutan («KDD - Kriminaldauerdienst») ist Karla Berhenke
Martin Brambach («KDD - Kriminaldauerdienst») ist Torsten Schmitt
Götz Schubert («KDD - Kriminaldauerdienst») ist Kriminalrat Landau
Thomas Dannemann («Zeit zu Leben») ist Ingo Peters
Finja Martens («Free Rainer») ist Johanna Landau
Christian Tasche («Tatort: Köln») ist Heiko Kehrer
Vittorio Alfieri («Die Leibwächterin») ist Grabowski
Thomas Bestvater («Ein Fall für Zwei») ist Harry Keitel

Kritik
Bis zu sechs Millionen Menschen verfolgten bislang die neuen Ausgaben der Kriminalreihe «Wilsberg». Selbst bei den 14- bis 49-Jährigen ist das Format ein Hit, dies liegt an der jungen und nicht ganz so ernstgemeinten Erzählweise. Drehbuchautor Ecki Ziedrich und Regisseur Hans-Günther Bücking lieferten in den ersten 30 Minuten der neuersten Ausgabe ein Feuerwerk ab. Die Aktionen aller Darsteller kollidieren und bringen die Handlung somit ins Rollen. Dieses Mal umfasst das Schauspiel-Ensemble 13 Personen, von denen zehn Stück bei einer Szene in der Innenstadt aufeinander treffen.

Hervorragend sind die Momente, die Bezug auf Fernsehserien und das wahre Leben nehmen. Der Mörder einer jungen Frau darf im Hotel nicht rauchen, geht hierzu auf die Straße und wird von einem Auto überfahren. Die Ironie geht weiter: Der Kameramann filmt groß und deutlich die Zigarettenschachtel und die Aufschrift „Rauchen kann tödlich sein“. Das I-Tüpfelchen der Produktion ist der Nebendarsteller Oberbeck, der eine lustige Version von Horatio Caine («CSI: Miami») ist. Genauso wie der Chef des «CSI»-Labors hält er übertriebene Reden und trägt in den dunkelsten Räumen eine Sonnenbrille.

Echte Polizisten dürften sich über das TV-Projekt gar nicht freuen, denn dieses Mal wird Kommissarin Springer, verkörpert von Rita Russek, als vollkommend inkompetent und blind eingestuft. Sie verunreinigt den Tatort, ist noch nicht mal offen für neue Fakten und gibt ihren Vorgesetzten in allen Punkten Recht, selbst wenn diese unsinniges Zeug reden. Allerdings fällt «Wilsberg: Gefahr in Verzug» ab dem zweiten Drittel qualitativ stark ab, ehe es zum Finale wieder ein wenig interessanter wird.

Zwischendurch entwickelt sich die Storyline kaum weiter, was dem Zuschauer sauer aufstoßen könnte. Es werden nur rohe Fakten geliefert, eine Verbindung findet erst in den letzten Minuten statt. Insgesamt ist «Wilsberg» ein recht guter Krimi, auch wenn die Geschichte zeitweise nicht überzeugen kann.

Das ZDF strahlt «Wilsberg: Gefahr in Verzug» am Samstag, den 20. März 2010, um 20.15 Uhr aus.
18.03.2010 12:20 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/40831