Die Kritiker: «Meine wunderbare Familie: Auf neuen Wegen»

Story
Nachdem Hanna ihre Tätigkeit als Rudertrainerin aufgeben musste, sucht sie nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Sie beginnt eine Ausbildung zur Physiotherapeutin.

Allerdings muss sie nach kurzer Zeit feststellen, dass sich dieser geplante Neuanfang nicht so einfach realisieren lässt, wie sie ursprünglich erwartet hatte. Nicht nur, dass Hanna wesentlich älter ist als ihre Mitschüler und Mitschülerinnen. Die Ausbildung nimmt sie derart in Beschlag, dass die Familie zusehends zu kurz kommt.

Dies führt nicht nur zu Unmut und Selbstzweifeln bei Hanna, sondern auch zu Missverständnissen und Turbulenzen innerhalb der Familie. Jan, der durch eine neue Geschäftsidee - die Eröffnung eines Kulturcafés - sehr beschäftigt ist, merkt, dass sich seine Frau immer mehr von ihm zu entfernen droht. Und zu allem Überfluss ist da auch noch Nico, ein Mitschüler von Hanna, der sich in sie verliebt hat...

Darsteller
Tanja Wedhorn («Mein Herz in Afrika») ist Hanna Sander
Patrik Fichte («Kreuzfahrt ins Glück») ist Jan Kastner
Paul Zerbst («Tatort - Absturz») ist Tim Kastner
Thomas Fritsch («Hallo Robbie!») ist Peter Engelmann
Claudia Rieschel («Stralsund - Mörderische Verfolgung») ist Irene Sander
Isa Jank («Julia - Wege zum Glück») ist Vera Silberstein
Michael Schumacher («Der Stinkstiefel») ist Nico Neuhaus
Helmut Zierl («Vulkan») ist Jochen Förster

Kritik
Der sechste Teil der Sonntagsreihe «Meine wunderbare Familie» gerät zu einem wahren Telenovela- bzw. Seifenoper-Klassentreffen. Nicht zuletzt wegen dem einstigen «Bianca - Wege zum Glück»-Traumpaar Tanja Wedhorn und Patrik Fichte – die sowieso als Mittelpunkt der Handlung zur Stammmannschaft gehören. Nein, mit Isa Jank gesellt sich nun auch noch Fichtes ehemalige Stiefmutter aus «Verbotene Liebe» dazu und macht den Reigen komplett. Letztere spielt wie in den guten alten Zeiten als Clarissa Gräfin von Anstetten, gewohnt exzentrisch, intrigant und ein wenig arrogant. Und genau das ist es dann auch, dass Patrik Fichte alias Jan Kastner nach seiner feierlichen Hochzeit mit seiner Hanna und kurz vor der Eröffnung seines Kultur Cafés noch gebrauchen konnte. Doch Prüfungen soll es in der aktuellen Folge der Reihe noch zu genüge geben. Denn nach den bisherigen rosaroten Ausflügen in die Welt der wunderbaren Familie muss für das Publikum nun auch etwas Dramatik mit einziehen.

Und genau das ist es dann auch, was dem Autorinnen-Doppel Constanze Fischer und Katharina Hajos («Wirbel um Marie», «Plötzlich Millionär») recht gut gelungen ist. So pendelt die Komödie von Monika Zinnenberg stets zwischen frischen und frechen Dialogen, leicht übertriebenen Eifersuchtsszenen und den eingespielten Problemen im oben schon erwähnten Kultur Café gekonnt hin und her. Natürlich hat man das alles irgendwo anders auch schon mal gesehen – vielleicht auch schon besser – dennoch weiß der Sonntagsfilm zu überzeugen.
Der Funke springt zum Publikum über und es ist eine wahre Freude, der locker leicht aufspielenden Schauspieltruppe bei ihrem Treiben zuzuschauen. Gerade diese tragen den Hauptpart zum Gelingen des Filmes bei. Sie sind äußerst sympathisch, wirken natürlich und man kann somit über die eine oder andere Schwäche im Film hinwegschauen. Bis in die Nebenrolle ist an diesem Film nichts auszusetzen – eine Seltenheit.

Noch dazu stimmt auch die handwerkliche Qualität des Filmes. Es wird viel in freier Natur gefilmt, billige Kulissen sind passé und das durchgehend freundliche und sommerlich-frische Wetter bei den Außendrehs tut sein Übriges. Wer sich also nach all den verschneiten Wochen endlich mal wieder eine kleine Frühlingsbrise ins Wohnzimmer holen möchte ist hier vollkommen richtig. Harmlose und kurzweilige Familienunterhaltung wird auf jeden Fall garantiert.

Das ZDF zeigt «Meine wunderbare Familie... auf neuen Wegen» am Sonntag, den 07. Februar 2010, um 20:15 Uhr.
05.02.2010 09:51 Uhr  •  Torben Gebhardt Kurz-URL: qmde.de/40036