Anna und die Verlängerung

Ursprünglichen Planungen zufolge wäre am Montag die letzte Folge der Sat.1-Telenovela rund um Anna Polauke über die Bildschirme geflimmert.

Vor fast genau einem Jahr erblickte die Sat.1-Telenovela «Anna und die Liebe» das Licht der Fernsehwelt. Folge eins flimmerte am 25. August 2008 über die deutschen Bildschirme und funktionierte auf dem damaligen Sendeplatz um 19.00 Uhr nicht wirklich: Weniger als zwölf Prozent Marktanteil wurden bei den Werberelevanten gemessen. Weil die Werte innerhalb weniger Wochen auf deutlich unter zehn Prozent sanken, entschied man bei Sat.1 noch im gleichen Herbst, das Format um eine halbe Stunde nach vorne zu legen.

Es dauerte noch eine Zeit, doch es funktionierte: Inzwischen holt die tägliche Serie klar überdurchschnittliche Einschaltquoten mit Bestwerten von über 16 Prozent Marktanteil. Dass «Anna und die Liebe» über die eigentlich geplanten 252 Folgen verlängert wird, hat zunächst kaum jemand für möglich gehalten. Und dennoch ist es passiert: Im Juni gab man bekannt, dass die Telenovela unbegrenzt fortgeführt wird - «Anna und die Liebe» soll solange die Zuschauerzahlen stimmen weiterhin in Sat.1 laufen. Ohne dieser Bekanntmachung wäre am Montag dieser Woche nämlich die finale Folge der Telenovela zu sehen gewesen.

Das schürte Spekulationen um einen möglichen Ausstieg der Hauptfigur Jeanette Biedermanns, die allerdings ausführlich von Sat.1 dementiert wurden. Trotz des Dementis gibt es aber immer noch Stimmen, die einen Ausstieg der Musikerin um Episode 350 herum vorhersagen. Storytechnisch bedeuten die 100 Episoden zusätzlich einen kleinen Kniff der verantwortlichen Autoren. Ein zweiter Love-Interest wurde in die Serie geschrieben: Alex Zeiss, Halbbruder von Hauptfigur Jonas Broda, sorgt derzeit für Schmetterlinge in Annas Bauch, während Jonas selbst unglücklich in das einst so schüchterne Mädchen verliebt ist.



Das selbe Schema hatte Sat.1 2006 schon erfolgreich bei «Verliebt in Berlin 1» angewendet – gegen Ende des romantischen Märchens rissen sich auch damals zwei Männer um Lisa Plenske. Während Lisa Plenske für ihre Verwandlung in den hübschen Schwan bis zur letzten Episode brauchte, hat sich Anna Polauke deutlich geändert. Schneller als eigentlich geplant ist sie zur selbstbewussten Frau geworden – von Schüchternheit merkt man der Figur nichts mehr an. Das ist aber auch gut so.

In den nächsten Wochen wird übrigens das Thema um Roberts Tod noch einmal aufgewärmt – noch immer wissen die Figuren nicht, wer wirklich dafür verantwortlich ist. Anna und Alex werden das aufklären und Fiesling Gerrit somit in Schwierigkeiten bringen. Der bekommt sowieso Probleme: Annett und Richard Darcy treten ab September in dem Format auf und wirbeln das Leben der Brodas ordentlich durcheinander.

Ein kurzer Ausblick auf die kommenden Wochen: Die Geschichte von Anna wird sich etwas von Jonas weg und wieder mehr auf ihre eigenen Sorgen konzentrieren: Ihr Vater Ingo kehrt in die Serie zurück und wird somit Familie Polauke aufmischen – Annas Schwester Katja wird nach der Trennung von Jonas eine größere eigene Geschichte bekommen. Stoff für die kommenden 100 Folgen gibt es also ausreichend. Und dann kommt im November ja noch eine neue Figur hinzu, die von Josephine Schmidt verkörpert wird und eine zentrale Position in dem Format einnehmen soll.
24.08.2009 13:04 Uhr  •  Manuel Weis Kurz-URL: qmde.de/36864