NDR setzt GEZ-Kritiker vor die Tür

Eine Kritik zu viel: Einem selbst ernannten Fernsehkritiker gefällt das derzeitige öffentlich-rechtliche System nicht. Sein Arbeitgeber NDR hat ihn nun entlassen.

Manch einer mag ihn als "Fernsehkritiker" im Netz kennen, doch abseits dieses Projekts war Holger Kreymeier auch noch als freier Mitarbeiter beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) tätig. Die Betonung liegt hierbei auf "war".

Denn nach Ansicht des NDR ist Kreymeier nun mit seiner Kritik über das Ziel hinausgeschossen - mit sofortiger Wirkung wurde er entlassen. Der Grund: Kreymeier ist verantwortlich für die bislang weitegehend unbekannte Kampagne "Dafür zahl' ich nicht", die eigenen Angaben zufolge die "zunehmende inhaltliche Verflachung bei ARD und ZDF" hinterfragen will.



Klar, dass das dem NDR natürlich wenig gefällt. Kreymeier, der für die Multimedia-Abteilung des Senders gearbeitet hatte, kann die Entlassung unterdessen nicht nachvollziehen: "Ich habe darin nie einen Widerspruch zu meinen Tätigkeiten im Internet gesehen, denn meine Arbeit beim NDR hat sich zu keinem Zeitpunkt mit den Inhalten des Fernsehprogramms überschnitten." Der NDR erweise sich als "vollkommen kritikresistent", so Kreymeier, der sich nun auf seine kleine Produktionsfirma konzentrieren will.

"Ich komme mir ein bisschen wie die Elke Heidenreich des Norddeutschen Rundfunks vor", sagte er und machte deutlich, dass es eigentlich eine Kampagne für das öffentlich-rechtliche Fernsehen sein sollte. "Ich habe in meiner Kampagne weder zu einem Gebühren-Boykott aufgerufen noch das öffentlich-rechtliche System in Frage gestellt, sondern mich auf inhaltliche Punkte konzentriert." Ob er trotzdem weiterhin GEZ-Gebühren zahlen will, werde er demnächst entscheiden...
04.03.2009 11:07 Uhr  •  Alexander Krei  •  Quelle: Alsterfilm Kurz-URL: qmde.de/33497