Die Kritiker: «Rush Hour 3»

Story
Detective Carter und Inspector Lee sind wieder da – allerdings nicht dort, wo sie hingehören: Diesmal mischen die unfreiwilligen Partner die französische Hauptstadt auf, um einer brisanten Verschwörung der Triaden auf die Spur zu kommen. Denn die Killer dieses mächtigsten Verbrechersyndikats der Welt schießen den Botschafter Han nieder, bevor der vor dem internationalen Strafgerichtshof den obersten Triaden-Boss identifizieren kann.

Inspector Lee war persönlich für den Schutz des Botschafters verantwortlich – jetzt will er persönlich abrechnen. Aber wie?

Weder Carter noch Lee waren jemals in Paris, sie können „voilà“ nicht von „bonjour“ unterscheiden – im Grunde wissen sie nicht einmal, was sie an der Seine eigentlich suchen. Klar scheint nur zu sein, dass die schöne Geneviève eine Schlüsselrolle spielt. Und in den Fall verwickelt ist auch Lees einstiger Jugendfreund, der skrupellose Kenji. Am Airport besteigen die beiden Supercops ein Taxi, das ausgerechnet der gallisch-gallige Ami-Hasser George steuert. George ahnt nicht, auf welches halsbrecherische Action-Abenteuer er sich mit dieser Fuhre einlässt: Mit coolen Sprüchen und beinharten Handkanten pflügt das irre Duo quer durch Paris – von der stinkenden Unterwelt der Abwasserkanäle bis auf die Spitze des Eiffelturms.

Darsteller
Chris Tucker («Jackie Brown») ist Carter
Jackie Chan («Der Mythos») ist Lee
Max von Sydow («Minority Report») ist Reynard
Hiroyuki Sanada («The Last Samurai») ist Kenji
Yvan Attal («München») ist George
Youki Kudoh («Die Geisha») ist Dragon Lady
Noémie Lenoir («Asterix & Obelix: Mission Kleopatra») ist Genevieve
Zhang Jingchu («Seven Nights») ist Soo Yung
Tzi Ma («24 – Day 6») ist Ambassador Han
Dana Ivey («Natürlich Blond 2») ist Sister Agnes

Kritik
Mit dem dritten Film der «Rush Hour»-Reihe muss Regisseur Brett Ratner, der auch die anderen beiden Drehbücher verfilmte und als Produzent für «Prison Break» dient, beweisen, dass dieser seinen Vorgängern in Nichts nachsteht. Das Drehbuch verfasste Jeff Nathanson, der für «Rush Hour 2», «Catch me if you can», «The Terminal» und den vierten «Indiana Jones»-Film verantwortlich zeichnete. Der Autor konnte mit seinem Werk durchaus spannende Momente aufbauen und Gags passend platzieren. Jedoch zerstört die Öffentlichkeitsarbeit von Warner Bros im Vorfeld die entscheidende Handlung in den ersten zehn bis zwanzig Minuten. Dass es nach Paris geht, dürfte nach dem Anblick des Eifelturms auf den Filmplakaten jeder gemerkt haben.

Das Ende kann ebenfalls nicht wirklich überzeugen, denn die Geschichte wird voreilig abgeschlossen. Denn immerhin bekämpfen Lee und Carter den Verbrecherring Triaden, der am Ende des Filmes aufgelöst wird. Allerdings ist es unglaubwürdig, dass der Ring in sich zusammenfällt und alle auf der Stelle festgenommen werden, sobald der „Boss“ ausgeschaltet ist. Die Spezial- und Stunteffekte sind vor allem am Ende des Spielfilmes am besten und überzeugten auch schon davor. So wurden in einem Studio in Los Angeles Teile des Eifelturms nachgebaut, den Unterschied bemerkt der Kinozuschauer allerdings nicht.

Den mit Abstand besten Dialog platziert Nathanson zwischen Lee, Carter und einem französischen Taxifahrer. Dieser ist zunächst von den Ausländern angewidert, wird dann aber zu einem Freund. In dieser Szene wurde platte Gags wurde verzichtet, dafür wurden politische Anspielungen gemacht.

Die Musik stammt aus der Feder von Lalo Schifrin, der schon die Vorgänger musikalisch untermalte und das Thema für «Mission Impossible» schrieb. Zum Vergelich: Als Michael Giacchino den Soundtrack für den dritten «Mission Impossible»-Film komponierte und auch das Thema überarbeitete, hörte sich seine Version wesentlich besser an. Schifrin komponierte seit Jahren keine einschlägigen Soundtracks mehr, hier hätte man einen anderen Mann wie Hans Zimmer oder Klaus Bandelt engagieren sollen.

Obwohl hier viele negative Aspekte aufgeführt sind, kann «Rush Hour 3» die Erwartungen erfüllen. Die Wortwitze sind klasse, die Kinogänger bekommen sehr viel Action und Comedy geboten. Alles in allem ist «Rush Hour 3» ein guter Nachfolger der ersten zwei Teile, teilweise schlägt die Handlung jedoch ins Unglaubwürdige aus, aber die Geschichte landet immer auf dem Boden. Wer sich im Kino belustigen will, investiert sein Geld in die richtige Produktion. Allerdings kommt der Film nicht an die teuren Eventproduktionen dieses Sommers heran («The Simpsons Movie», «Harry Potter und der Orden des Phoenix», «Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt»).

«Rush Hour 3» läuft ab Donnerstag, 16. August 2007, in den deutschen Kinos.
13.08.2007 16:33 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/21676