Zuletzt gab es neue Krimi-Angebote aus dem Hause «Tatort» im Ersten - zum Start in den November durfte jedoch der «Polizeiruf 110» wieder ran. Hilft das «Dr. Nice» mit seinen neuen Folgen?

Die ZDF-Serie
«Dr. Nice» hat es schlichtweg nicht leicht. Seit Anfang Oktober gab es jeden Sonntag neue Folgen der neuen vierten Staffel und das lief für Patrick Kalupa und Josefine Preuß an sich wirklich gut. Zwar ging das Interesse sukzessive von 3,90 Millionen Zuschauern zum Start über 3,82 auf 3,56 Millionen Zuschauer zurück, dennoch ergatterte das ZDF durchweg starke Marktanteile. Zuletzt waren es noch 14,3 Prozent. Das Problem an der ganzen Sache ist die Konkurrenz an jedem Ende der Woche - der
«Tatort». Auch die Krimi-Reihe zeigte in den vergangenen Wochen jeweils neue Episoden - und bei Reichweiten jenseits der 7-Millionen-Marke wirkte die Leistung von «Dr. Nice» schon gar nicht mehr so überragend. Doch war der gestrige Sonntag, zumindest in der Hinsicht, womöglich ein Lichtblick für die Arztserie aus dem Zweiten - denn der «Tatort» pausierte.
Die Vorfreude dürfte sich jedoch in Grenzen gehalten haben. Anstatt einem neuen Fall der «Tatort»-Reihe gab es einen neuen Fall des
«Polizeiruf 110» aus Rostock. Beim Fall
«Sie haben Namen» ging es um einen in das Rotlichtmilieu verstrickten Polizisten, Vergewaltigung und nicht zuletzt familiäre Beziehungen. Mit knallharten Emotionen wurde dabei nicht gegeizt und so konnte das Erste - auch ohne «Tatort» - auf den ungefährdeten Tagessieg zählen. Der «Polizeiruf 110» sicherte sich insgesamt eine Reichweite von durchschnittlich 6,85 Millionen Zuschauern ab drei Jahren, damit sicherte sich die blaue Eins ab 20:15 Uhr einen Marktanteil von überragenden 27,2 Prozent. Die anfängliche Frage, ob
«Dr. Nice» vom alternativen Sonntags-Programm profitieren könne, konnte demnach bereits mit den genannten Zahlen quasi beantwortet werden. Oder?
Die ebenfalls zur Primetime gestartete vierte Folge der neuen vierten Staffel sicherte dem Mainz-Sender abermals wirklich gute 4,05 Millionen Zuschauer und eine nicht minder starke Quote 16,1 Prozent - für das große Rampenlicht neben dem Krimi aus dem Ersten reichte es jedoch trotz Reichweiten-Rekord schlichtweg erneut nicht. Bei den 14- bis 49-Jährigen zeichnete sich ein quasi identisches Bild ab. Das Erste dominierte den Sendetag mit durchschnittlich 0,74 Millionen erreichten Zuschauern in genannten Alter, das Zweite war mit 0,45 Millionen abermals deutlich abgeschlagen und dennoch an sich überragend positioniert. Die Marktanteile lagen bei 14,8 und 8,9 Prozent.