«Tech Bro Topia» beleuchtet den Widerstand gegen künstliche Intelligenz

In sechs neuen Podcast-Folgen untersucht Deutschlandfunk die Macht der KI-Konzerne, die Weltbilder ihrer Entwickler und die wachsende Bewegung gegen eine unkontrollierte technologische Entwicklung.

Zwischen technologischem Heilsversprechen und der Angst vor einem Kontrollverlust bewegt sich die neue Staffel des Deutschlandfunk-Podcasts «Tech Bro Topia». Unter dem Titel „KI, Macht und Widerstand“ beschäftigt sich die Produktion mit der Frage, wie künstliche Intelligenz zu einem nahezu religiös aufgeladenen Zukunftsprojekt werden konnte. Alle sechs Folgen erscheinen am Donnerstag, den 22. Oktober 2026, in der Deutschlandfunk-App und auf den gängigen Podcast-Plattformen. Dabei geht es nicht nur um die Vorstellungen der mächtigen Technologieunternehmen, sondern auch um die Menschen, die sich gegen deren Einfluss organisieren.

Im Mittelpunkt stehen die Erzählungen, mit denen die Entwicklung künstlicher Intelligenz vorangetrieben und legitimiert wird. Während einige Unternehmer und Wissenschaftler in KI eine entscheidende Chance für die Menschheit sehen, warnen andere vor existenziellen Gefahren. Die Dokumentation beschäftigt sich mit diesem Widerspruch und fragt, welche Überzeugungen hinter den öffentlichen Aussagen der Konzernchefs stehen. Zugleich beleuchtet sie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimension der Technologie: KI-Systeme werden längst nicht mehr ausschließlich für alltägliche Anwendungen genutzt, sondern spielen auch in Waffensystemen, der öffentlichen Verwaltung und auf dem Arbeitsmarkt eine zunehmende Rolle. Der Podcast untersucht deshalb, wie viel Kontrolle über diese Entwicklungen tatsächlich noch besteht.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Widerstand gegen die KI-Industrie. Die sechs Folgen stellen unterschiedliche Gruppen vor, die strengere Regeln oder grundlegende Veränderungen fordern. Dazu gehören Lobbyorganisationen, Umweltaktivisten, Beschäftigte aus der Technologiebranche und junge Hochschulabsolventen. Ihre Motive unterscheiden sich teilweise erheblich: Während die einen vor Sicherheitsrisiken warnen, kritisieren andere die Machtkonzentration bei wenigen Unternehmen oder die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen des KI-Booms. Für die Recherche sprach das Team unter anderem mit dem KI-Forscher Jürgen Schmidhuber, dem Philosophen Nick Bostrom und dem Bild-KI-Wissenschaftler Björn Ommer. Auch Meredith Whittaker von der Signal Foundation, Émile P. Torres und die Technikphilosophin Anna-Verena Nosthoff kommen zu Wort. Verantwortlich für Recherche und Skript sind Jaya Mirani, Philipp Schnee und Hartwig Vens. Durch die neue Staffel führt Banafshe Hourmazdi, die Projektleitung übernimmt Christine Watty.
20.10.2026 14:42 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176711