Der Nachrichtensender verschwindet Ende 2026 aus dem linearen Fernsehen, doch die ARD plant für das kommende Jahr ein neues digitales Live-Angebot der «Tagesschau».

Die Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Spartenkanäle nimmt konkrete Formen an. Im Zuge des Reformstaatsvertrags müssen ARD und ZDF mehrere ihrer bisherigen Fernsehangebote zusammenlegen oder einstellen. Dazu gehört auch Tagesschau24, dessen lineare Verbreitung zum 31. Dezember 2026 endet. Wie die «Tagesschau» nun im Rahmen einer Zuschauerbefragung mitteilt, soll die Live-Berichterstattung ab 2027 allerdings in neuer Form fortgesetzt werden. Statt eines eigenständigen Fernsehsenders wird es ein digitales Nachrichtenangebot geben, das mehrmals täglich auf Sendung geht.
Die Pläne sind Teil einer umfassenderen Umstrukturierung der öffentlich-rechtlichen Senderlandschaft. So sollen die bisherigen Angebote One und ZDFneo künftig unter dem gemeinsamen Namen Neo zusammengeführt werden. Auch bei den Informationskanälen ist eine Neuordnung vorgesehen: Während Phoenix» erhalten bleibt, wird Tagesschau24 als eigenständiger linearer Sender eingestellt. Darüber hinaus steht mit ARD alpha und ZDFinfo werden info.
Die «Tagesschau» setzt künftig auf ein anderes Konzept als den bisherigen durchgehenden Fernsehbetrieb. Ab 2027 sind mehrere feste Live-Sendestrecken geplant, die morgens, mittags, abends und im Anschluss an die Hauptausgabe der «Tagesschau» um 20.00 Uhr angeboten werden. Hinzu kommen zusätzliche Übertragungen bei wichtigen Ereignissen und Eilmeldungen. Damit soll die aktuelle Nachrichtenberichterstattung auch ohne einen eigenen linearen Kanal fortgesetzt werden.
Verbreitet wird das neue Angebot über die ARD Mediathek, die auch auf internetfähigen Fernsehgeräten genutzt werden kann. Darüber hinaus sollen die Live-Sendungen auf tagesschau.de, in der «Tagesschau»-App und auf YouTube verfügbar sein. Bei größeren Nachrichtenlagen ist außerdem vorgesehen, die Live-Berichterstattung der «Tagesschau» auf Phoenix zu zeigen. Der gemeinsame Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF übernimmt damit auch eine zusätzliche Rolle bei der Verbreitung aktueller Nachrichten.