Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner ermitteln in „Die Lüge“ fast ausschließlich im Polizeipräsidium und müssen eine Verdächtige mit psychologischem Geschick überführen.

Für den nächsten Schwarzwald-
«Tatort» haben die Dreharbeiten begonnen. Unter dem Arbeitstitel „Die Lüge“ entsteht derzeit in Baden-Baden ein neuer Kriminalfilm mit Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner als Kommissare Franziska Tobler und Friedemann Berg. Das Drehbuch stammt von Erol Yesilkaya, Regie führt Sebastian Marka. Die Dreharbeiten sollen noch bis Anfang November dauern. Ein Ausstrahlungstermin im Ersten steht bislang nicht fest.
Anders als in vielen klassischen «Tatort»-Folgen spielt sich die Handlung vollständig innerhalb des Polizeipräsidiums ab. Dort laufen verschiedene Ermittlungsstränge zusammen, während die Kommissare versuchen, eine mögliche Täterin zu einem Geständnis zu bewegen. Im Mittelpunkt stehen weniger Verfolgungsjagden oder Außeneinsätze als vielmehr Vernehmungstaktik, die Bewertung von Indizien und die psychologische Auseinandersetzung zwischen Ermittlern und Verdächtiger.
Ausgangspunkt ist der gewaltsame Tod von Tobias Siebold, der mit zahlreichen Messerstichen getötet wurde. Im Vernehmungsraum sitzt Sonja Weibach, die zunächst als Zeugin befragt wird. Friedemann Berg ist allerdings überzeugt, dass sie selbst für den Mord an ihrem Partner verantwortlich sein könnte. Die Beweislage ist noch nicht eindeutig, weshalb ein Geständnis den Fall erheblich voranbringen würde.
Franziska Tobler übernimmt die Befragung und versucht, mit einer sachlichen und zugleich einfühlsamen Gesprächsführung Widersprüche in Weibachs Aussagen aufzudecken. Dabei muss sie darauf achten, keine Verfahrensfehler zu begehen, die eine spätere Anklage gefährden könnten. Währenddessen liefern die Kriminaltechnik und die parallel stattfindende Vernehmung der Schwester des Opfers neue Erkenntnisse. Doch Weibach gelingt es immer wieder, ihre Darstellung an die veränderte Beweislage anzupassen.
Was zunächst wie eine vergleichsweise kurze Befragung aussieht, entwickelt sich zu einer stundenlangen Auseinandersetzung. Für Tobler und Berg wird die Ermittlung zunehmend zur Geduldsprobe, bei der sie nicht nur ihren kriminalistischen Scharfsinn unter Beweis stellen, sondern auch ihre eigenen Emotionen kontrollieren müssen. Die Konzentration auf einen einzigen Schauplatz verleiht dem Fall den Charakter eines psychologischen Kammerspiels.
Neben Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner stehen Magdalena Laubisch, Emma Nova, Nairi Hadodo, Stefan Wilkening und Cem-Ali Gültekin vor der Kamera. Für die Bildgestaltung ist Roland Stuprich verantwortlich, den Schnitt übernimmt Andreas Baltschun. Das Szenenbild stammt von Cosima Vellenzer, die Kostüme gestaltet Tina Keimel-Sorge. Der Film wird von Giganten Film im Auftrag des Südwestrundfunks produziert. Als Produzent fungiert Gerrit Klein, Philipp Reuter ist als Producer beteiligt. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Franziska Specht.