Zunächst geht es um die Innovationskraft des Landes, anschließend blickt 3sat auf den ungewöhnlichen deutschen Sonderfall Büsingen.

Die Schweiz steht am Mittwoch, 18. November 2026, für knapp zwei Stunden im Mittelpunkt des 3sat-Programms. Maria-Christina Degen geht in
«Die Schweiz – Innovationsweltmeisterin» der Frage nach, weshalb das Land seit 15 Jahren die internationalen Innovationsrankings anführt. Als rohstoffarmes Land investiert die Schweiz überdurchschnittlich in Bildung, Hochschulen und Forschung. Gleichzeitig ziehen die Rahmenbedingungen hoch qualifizierte Fachkräfte aus aller Welt an. Hinzu kommen starke Branchen wie Pharma und Medizintechnik sowie eine hohe Zahl angemeldeter Patente.
Der Film zeigt diese Innovationskraft anhand konkreter Projekte. Die vegane Käserei New Roots möchte etwa einen Hartkäse aus heimischen Süßlupinen entwickeln und damit die bislang aus Vietnam und Burkina Faso importierten Cashews ersetzen. Unterstützt werden die Gründer dabei von einem Käsermeister mit 50 Jahren Erfahrung, der traditionelles Handwerk mit dem neuen Rohstoff verbinden soll. An der ETH Zürich wiederum arbeitet ein junges Team am autonomen Mondroboter «LunarLeaper». Das Projekt soll künftige europäische Raumfahrtmissionen und mögliche menschliche Siedlungen auf dem Mond vorbereiten. Der frühere NASA-Forschungsdirektor Thomas Zurbuchen verfolgt unterdessen das Ziel, die Schweiz stärker in der internationalen Raumfahrtforschung zu positionieren.
Ein weiteres Beispiel liefert das Waadtländer Start-up Voltiris. Dessen Technologie soll Gewächshäuser mithilfe spezieller Filtermodule zugleich für die Solarstromproduktion nutzbar machen. Dabei sollen der CO₂-Ausstoß und der Wasserverbrauch der Pflanzen reduziert werden. Das Unternehmen versucht mit seiner Technologie nun den japanischen Markt zu erschließen. Neben solchen Erfolgsgeschichten thematisiert die Dokumentation auch geopolitische Faktoren, die das Schweizer Innovationsmodell gefährden könnten.
Direkt im Anschluss wechselt 3sat um 21.05 Uhr nach Büsingen. Silvan Lerchs Dokumentation
«Sonderfall Büsingen – Deutschlands Insel in der Schweiz» beschäftigt sich mit der rund 1500 Einwohner zählenden deutschen Gemeinde am Hochrhein. Politisch gehört sie zu Deutschland, wirtschaftlich befindet sie sich jedoch im Schweizer Zollgebiet und ist vollständig von der Schweiz umgeben. Ein eigener Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz regelt zahlreiche Besonderheiten.
Für die Einwohner führt diese Lage zu einem ungewöhnlichen Alltag. Büsingen besitzt zwei Postleitzahlen, zwei Währungen und unterschiedliche wirtschaftliche wie gesellschaftliche Orientierungen. Wer aus Deutschland anreist, verlässt den EU-Zollraum und muss deutsche Waren unter Umständen verzollen, während dies für Waren aus der Schweiz nicht gilt. Die Dokumentation fragt zudem, woher Strom und Wasser kommen, welches Schulsystem gilt und welchem Land landwirtschaftliche Erzeugnisse zugerechnet werden.
Auch finanziell bringt die Sonderstellung Probleme mit sich. Das Leben sei so teuer wie in der Schweiz, während die Steuerbelastung der deutschen entspreche. Viele Menschen hätten deshalb den Ort verlassen. Die Gemeinde versucht mit finanziellen Anreizen gegenzusteuern und strebt Veränderungen am Staatsvertrag an. Gleichzeitig gibt es Konflikte zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen sowie Streit um Schweizer Landwirte, die im deutschen Grenzgebiet Flächen bewirtschaften.