«Tenet» & «Oppenheimer» - Funktioniert Überlänge und Epos im Free-TV?

ProSieben zeigte am gestrigen Freitagabend einen Spielfilm in der Primetime und danach direkt noch einen. Doch nicht nur Filme, es waren echte Epos-Streifen von Christopher Nolan. Ging das gut?

Keine Sorge - an dieser Stelle wird keinesfalls die Frage gestellt, ob Spielfilme im Free-TV überhaupt noch zeitgemäß sind - diese Diskussion ist mittlerweile zu genüge geführt und ausreichend Beispiele zeigen immer wieder, dass auch der Spielfilm, Blockbuster oder simpel die x-te Wiederholung einer Komödie durchaus funktionieren kann. Doch wie sieht es mit echten Überlänge-XXL-Streifen aus? Bei «Tenet» und «Oppenheimer» tat sich teilweise das Kino-Publikum bereits schwer und ProSieben dachte sich am gestrigen Freitag, einfach beide Filme ab 20:15 Uhr aneinanderzuhängen. Beide Filme liefen bereits im Free-TV hierzulande, meist bei ProSieben jedoch «Tenet» auch bereits im ZDF und «Oppenheimer» zuletzt am 03. Oktober bei Sat.1. Doch an einem Tag und direkt hintereinander - das war ein neuer Ansatz.

So nahm das Nolan-Double-Feature ab 20:15 Uhr am gestrigen Freitag seinen Lauf. Den Start machte «Tenet» aus dem Jahr 2020. Laut Wikipedia dauert der Film 150 Minuten, bei der roten Sieben blockierte das Überlänge-Werk gestern den Sender ganze 183 Minuten zwischen 20:15 Uhr und 23:18 Uhr. Und dabei waren über diese durchaus absurd lange Zeit 0,59 Millionen Zuschauer im Schnitt, Unterföhring erreichte damit eine Quote von 3,2 Prozent. In der klassischen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konnten 0,20 Millionen Umworbene definiert werden, das brachte 5,8 Prozent Marktanteil mit sich. Doch das war bekanntlich nur der Anfang.

Ab 23:18 Uhr startete der zweite Nolan-Film mit «Oppenheimer». Laut Wikipedia ist 2023-Streifen mit 180 Minuten Länge noch zeitintensiver produziert, bei ProSieben lief der Film gestern bis 02:46 Uhr. Das waren demnach stolze 208 Minuten, oder auch 3 Stunden und 28 Minuten. Über diese Zeitspanne waren bis spät in die Nacht hinein bei ProSieben noch 0,16 Millionen Zuschauer im Schnitt dabei, was den Sender bei einer Quote von 2,8 Prozent hielt. In der Zielgruppe hielten sich immerhin 4,7 Prozent am Markt, die Reichweite schrumpfte auf 0,06 Millionen.

Ein wirkliches Fazit lässt sich aus dem gestrigen Überlänge-Ansatz von ProSieben nicht ziehen. Liefen bereits Freitags-Primetimes mit Spielfilmen beim Unterföhring-Sender besser? Natürlich. Lief es auch schon einmal schlechter. Ebenfalls natürlich. Nicht zu vernachlässigen ist jedoch, dass es «Tenet» mit seiner Reichweite bei den 14- bis 49-Jährigen in die Top-25 des gestrigen Tages geschafft hat. Das ist doch nicht schlecht, oder?
10.10.2026 08:52 Uhr  •  Felix Maier Kurz-URL: qmde.de/176430