Ohne Krimi, trotzdem Spitze - ZDF-Freitag mit Fußball und Satire (fast) ganz oben

Womöglich witterten die anderen TV-Stationen etwas Morgenluft, als bekannt wurde, dass am vergangenen Freitag kein ZDF-Krimi im Angebot war. Die Rechnung bedingt auf.

Während sich die Männer des DFB in den vergangenen Spielen der Nations League eher bedingt positiv präsentierten, und das obwohl der neue Trainer Jürgen Klopp an der Seitenlinie stand, starteten den DFB-Frauen gestern zumindest aus Sicht des Ergebnisses durchweg positiv in die kurze Testspiel-Serie. Nach dem Spiel «Deutschland - Australien» konnte Bundestrainer Christian Wück mit dem 4:2-Sieg ein positives Fazit ziehen, sprach jedoch auch teilweise Kritik aus. Dabei ging es Wück vor allem darum, dass man nach dem 2:0 in der 30. Minute schlichtweg verpasst hatte, den sprichwörtlichen Sack zu zu machen und so Australien überhaupt erst wieder zurück in die Partie kam. All das passierte live im ZDF und ab 20:15 Uhr - die kurzen Vorberichte bis zum Anpfiff um 20:30 Uhr sicherten bereits 2,38 Millionen Zuschauer und daher eine vielversprechende Quote von 12,4 Prozent, am Markt der 14- bis 49-Jährigen konnten mit 0,38 Millionen Zuschauern 11,2 Prozent blockiert werden.

Angekommen in der Partie ab 20:30 Uhr schraubte sich das Interesse insgesamt auf einen Wert von 2,91 Millionen Zuschauern ab drei Jahren hoch, die Quote kletterte damit auch starke 14,8 Prozent. Die beiden DFB-Tore in der ersten Hälfte gingen auf das Konto von Melissa Kössler (23./30.), für Australien traf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Australien-Star Sam Kerr. Im zweiten Durchgang passierte lange nichts, erst in der 83. Minute traf Camilla Küver für den DFB zum 3:1, ehe es in der Schlussphase chaotisch wurde. Drei Minuten in der Nachspielzeit traf Holly McNamara zum 3:2, vier Minuten in der Nachspielzeit entschied Sjöke Nüsken mit dem 4:2 jedoch die Partie. Den Verlauf verfolgten 0,44 Millionen 14- bis 49-Jährige, sodass der Mainz-Sender auf 12,2 Prozent bauen konnte. Bei den jüngeren Zuschauern war der ZDF-Freitag im Vergleich zum sonstigen Krimi-Programm demnach durchaus besser unterwegs. Insgesamt konnten die DFB-Frauen nicht in Gänze mithalten. So holte sich außerdem kurzerhand das Erste den Primetime-Sieg - «Einspruch, Schatz! - Rosenkrieg» sicherte dem Ersten 3,74 Millionen Zuschauer und damit eine Quote von 18,3 Prozent.

Doch war der Vergleich zum ZDF gestern sichtlich schwieriger - das Fußballspiel hatte natürlich eine ganz andere Laufzeit. Im Anschluss an den Primetime-Fußball kehrte das ZDF zum regulären Freitags-Programm zurück - ab 22:35 Uhr übernahm Oliver Welke mit seiner «heute-show» vor stolzen 3,38 Millionen Zuschauern insgesamt, 0,74 Millionen konnten den 14- bis 49-Jährigen zugesprochen werden. Damit ergaben sich für den Satire-Auftakt 21,6 Prozent am Gesamtmarkt und grandiose 23,4 Prozent am jungen Markt. Ab 23:05 Uhr ging es über zu Jan Böhmermann und seinem «ZDF Magazine Royale». Es verweilten 1,48 Millionen Zuschauer, wodurch die Quote auf 12,6 Prozent sank. Bei den 14- bis 49-Jährigen ergaben sich mit 0,44 Millionen noch 18,4 Prozent.
10.10.2026 08:37 Uhr  •  Felix Maier Kurz-URL: qmde.de/176427