ZDF zeigt Europas Kampf um die Rohstoffe für den KI-Boom

Von den Kupferminen Perus bis zu Chinas Dominanz bei Seltenen Erden: Eine Dokumentation untersucht die Abhängigkeiten hinter der digitalen Zukunft.

Künstliche Intelligenz benötigt nicht nur Daten und leistungsfähige Software, sondern auch enorme Mengen an Rohstoffen. Genau hier setzt die ZDF-Dokumentation «Kampf um Rohstoffe – Kupfer, Seltene Erden und der Hunger der KI» an. Der Film von Samira Najafian läuft am Sonntag, 1. November 2026, um 15.30 Uhr. Im Streaming ist die Produktion bereits ab Freitag, 30. Oktober, um 08.30 Uhr verfügbar.

Die Dokumentation blickt hinter die digitale Infrastruktur und fragt, woher die Materialien für Kabel, Chips, Stromnetze und Rechenzentren stammen. Im Mittelpunkt stehen dabei Kupfer und Seltene Erden. Europa benötigt diese Rohstoffe in großen Mengen, verfügt bislang aber nur über eine vergleichsweise geringe eigene Förderung und Verarbeitung. Daraus entstehen Abhängigkeiten, die angesichts des wachsenden Bedarfs durch KI und Digitalisierung zunehmend auch zu einer strategischen Frage werden.

Eine Station der Dokumentation ist Peru. In den Anden wird Kupfer im großen Stil abgebaut und anschließend unter anderem nach Deutschland transportiert. Zwischen der Antamina-Mine und der Hafenstadt Puerto Huarmey trifft das Filmteam Menschen, die unmittelbar mit dem Bergbau und seinen Folgen leben. Bewohner berichten von möglichen Belastungen für Gesundheit, Trinkwasser und Luft sowie von Sorgen um die langfristige Entwicklung ihrer Region.

Einen anderen Ansatz untersucht der Film in Finnland. An der Kevitsa-Mine und in der Kupferhütte von Harjavalta wird gezeigt, wie Förderung und Verarbeitung stärker innerhalb Europas stattfinden könnten. Modernere und umweltschonendere Verfahren sollen dabei ebenso eine Rolle spielen wie das Ziel, einen größeren Teil der Wertschöpfung in Europa zu halten. Gleichzeitig macht das Beispiel deutlich, wie aufwendig der Aufbau entsprechender Strukturen ist.

Noch größer sind die Abhängigkeiten bei Seltenen Erden. Hier richtet sich der Blick insbesondere auf China, das nicht nur bei den Rohstoffen selbst eine wichtige Stellung besitzt, sondern vor allem bei deren komplexer Weiterverarbeitung dominiert. Damit verfügt das Land über erheblichen Einfluss auf internationale Lieferketten. Welche Antwort Europa darauf finden kann, diskutiert die Dokumentation unter anderem mit der EU-Abgeordneten Hildegard Bentele, die an der Entstehung des europäischen Critical Raw Materials Act beteiligt war.
11.10.2026 11:09 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176330