Am 1. November setzt das ZDF zunächst auf einen Gottesdienst aus Stuttgart, ehe Harald Lesch und Thomas Schwartz in Weimar über das Böse diskutieren.

Das ZDF beginnt den Allerheiligen-Sonntag am 1. November 2026 um 09.30 Uhr mit einem evangelischen Gottesdienst aus der Evangelisch-methodistischen Hoffnungskirche in Stuttgart. Unter dem Titel „Barfuß im November“ beschäftigen sich Pastorin Katharina Sautter und Pastor Markus Bauder mit der Verletzlichkeit, die Menschen gerade in der dunkleren Jahreszeit empfinden können. Dem Novemberblues soll dabei die Hoffnung des christlichen Glaubens entgegengesetzt werden.
Im Mittelpunkt stehen verletzliche Momente, trübe Gedanken und die Frage, wie daraus Vertrauen entstehen kann. Musikalisch gestaltet das Musikteam der Gemeinde unter der Leitung von Ulrike Bauder-Reissing den Gottesdienst, Prof. Dr. Christof Voigt spielt die Orgel. Im Anschluss bietet die Gemeinde bis 18.00 Uhr telefonische Gespräche an. Parallel zur Fernsehausstrahlung steht der Gottesdienst auch im Streaming bereit.
Deutlich grundsätzlicher wird es um 12.00 Uhr. Dann zeigt das ZDF eine neue Ausgabe von
«Lesch sieht Schwartz». Für „Was ist das Böse?“ treffen der Wissenschaftler Harald Lesch und der katholische Theologe Thomas Schwartz in Weimar aufeinander. Der von Nina Koshofer verantwortete Film ist bereits ab 05.00 Uhr im Streaming verfügbar.
Ausgangspunkt ist die Unterscheidung zwischen etwas Schlechtem und moralisch Bösem. Lesch und Schwartz diskutieren, welchen Einfluss Persönlichkeit, Erziehung und gesellschaftliche Bedingungen auf menschliches Handeln haben und wie viel Verantwortung beim Einzelnen verbleibt. Weimar dient dabei bewusst als Schauplatz: Die Stadt steht einerseits für Goethe, Schiller und den Humanismus, andererseits befindet sich nur wenige Kilometer entfernt das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Auch Friedrich Nietzsche spielt eine Rolle. Der Philosoph verbrachte seine letzten Lebensjahre in Weimar und wurde später von den Nationalsozialisten für deren Ideologie vereinnahmt. Lesch und Schwartz nehmen dies zum Anlass, sich mit Nietzsches Unterscheidung von „gut und schlecht“ sowie „gut und böse“ auseinanderzusetzen.
Darüber hinaus führt "Was ist das Böse?" in die Theologie. Zur Sprache kommt die Theodizee-Frage, also der scheinbare Widerspruch zwischen einem guten und allmächtigen Gott und der Existenz von Leid und Bösem. Ebenso beschäftigen sich Lesch und Schwartz mit Hannah Arendts Begriff von der „Banalität des Bösen“. Dabei soll deutlich werden, dass die Beschäftigung mit dem Bösen nicht erst bei Krieg und schweren Verbrechen beginnt, sondern auch das alltägliche Handeln und die Verantwortung des Einzelnen betrifft.