ZDF ersetzt «einfach Mensch!» am Reformationstag

Am 31. Oktober räumt das ZDF seinen gewohnten Sendeplatz für «Leben ist mehr!» frei und begleitet die Eröffnung eines ungewöhnlichen Pflegebauernhofs.

Am Reformationstag ändert das ZDF sein Programm am Samstagmittag. «einfach Mensch!» entfällt am 31. Oktober 2026. Stattdessen zeigt der Mainzer Sender um 12.00 Uhr die neue Ausgabe von «Leben ist mehr!» mit dem Titel „Bauernhof statt Altenheim – wo das Leben weitergeht“. Bereits ab 05.00 Uhr steht der Film im Streaming bereit, wo er bis Oktober 2031 abrufbar sein soll.

Für die Sendung zum Reformationstag hat Autorin Natalie Suthor einen Pflegebauernhof in Diedenshausen bei Siegen begleitet. Dort sollen ältere und pflegebedürftige Menschen möglichst selbstbestimmt leben können. Der Hof verfügt über 24 Zimmer für Senioren-WGs. Statt eines weitgehend vorgegebenen Beschäftigungsprogramms sollen die Bewohner entsprechend ihrer eigenen Möglichkeiten weiterhin am Alltag teilnehmen – etwa bei der Gartenarbeit, in der Küche oder beim Umgang mit den Tieren.

Hinter dem Projekt steht Josephin Kiefer. Die Idee entstand auch aus persönlichen Erfahrungen mit ihren Großeltern, die nach dem Wechsel in ein Pflegeheim aus ihrer Sicht viel von ihrer Eigenständigkeit und Lebensfreude verloren. Kiefer möchte deshalb Tätigkeiten ermöglichen, die bereits zuvor zum Leben der Bewohner gehörten. „Meine Oma hat zum Beispiel gesagt, als sie ins Seniorenheim kam: 'Ich habe 80 Jahre nicht Bingo gespielt. Ich fange jetzt auch nicht an, Bingo zu spielen.' Ja, aber sie hat 80 Jahre lang Gemüse geschnippelt für Suppen“, beschreibt sie den Ansatz.

2022 zog Kiefer gemeinsam mit ihrem Mann und den drei Kindern auf den denkmalgeschützten Hof. Seither baut die Familie das Anwesen zu einem Ort um, an dem sie sich nach eigener Aussage später auch selbst vorstellen könnte, alt zu werden. «Leben ist mehr!» setzt bei der Eröffnung des Pflegebauernhofs an und begleitet sowohl Kiefer als auch die neuen Bewohner. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich Pflegebedürftigkeit und ein möglichst selbstbestimmter Alltag miteinander verbinden lassen – und wie sich die Senioren in ihrem neuen Zuhause einleben.
11.10.2026 08:07 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176327