Kurz vor den Midterms untersucht das ZDF, wie Donald Trumps zweite Amtszeit Institutionen, Bürgerrechte und das politische Machtgefüge der USA verändert hat.

Das ZDF richtet am Sonntag, 1. November 2026, um 23.50 Uhr den Blick auf die Vereinigten Staaten. In
«Terra X History» „Trumps Amerika – Das Ende der Freiheit?“ untersucht der Sender die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen während der zweiten Amtszeit von Donald Trump. Der Film ist bereits ab Samstag, 31. Oktober, um 05.00 Uhr im Streaming verfügbar.
Die Dokumentation verfolgt dabei eine klar kritische Fragestellung. Sie beschäftigt sich unter anderem mit dem Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE, dem Verhältnis der Regierung zur Justiz und den Gerichten sowie Trumps Umgang mit politischen Gegnern und dem amerikanischen Wahlsystem. Die verschärfte Einwanderungspolitik gehört zu den sichtbarsten Veränderungen seiner zweiten Amtszeit: Im August 2026 stieg die Zahl der ICE-Festnahmen laut von Reuters ausgewerteten Regierungsdaten auf fast 51.000. Mehr als drei Viertel der zuletzt Festgenommenen hatten demnach keine strafrechtliche Verurteilung. Zugleich geriet ICE wegen mehrerer Schusswaffeneinsätze in die Kritik.
«Terra X History» stellt die aktuellen Entwicklungen in einen historischen Zusammenhang. Dabei geht es um das amerikanische Freiheitsversprechen, das bereits bei der Staatsgründung im Widerspruch zur damaligen Sklaverei stand, um die Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre und schließlich um gesellschaftliche Konflikte in den heutigen USA. Die Dokumentation untersucht, wie Trump diese Auseinandersetzungen für seine „Make America Great Again“-Bewegung nutzte und welche Rolle dabei auch der christliche Nationalismus spielt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Macht des Präsidenten. Als Beispiel dient der Krieg gegen den Iran, den Trump ohne vorherige Zustimmung des Kongresses begonnen hatte. Noch im September stimmte das Repräsentantenhaus mit 220 zu 204 Stimmen für eine War-Powers-Resolution, mit der Trumps Möglichkeit zur Fortsetzung der Militäroperationen eingeschränkt werden sollte. Damit dauert der Konflikt zwischen Weißem Haus und Parlament über die verfassungsrechtlichen Kriegskompetenzen auch wenige Wochen vor den Midterm-Wahlen an.
Zu Wort kommt unter anderem die US-Publizistin Anne Applebaum. Sie vertritt im Film die Einschätzung, Trump strebe ein politisches System an, in dem die Exekutive dominiert und Gerichte sich dem Willen des Präsidenten unterordnen. Weitere Einschätzungen liefern der frühere Republikaner Bill Kristol, Politikwissenschaftler Lucan Way und die ehemalige CIA-Agentin Julia Curlee.
Der Zeitpunkt der Ausstrahlung ist bewusst gewählt: Nur wenige Tage später stehen in den Vereinigten Staaten die Midterm-Wahlen an. Schon im Vorfeld bereiten sich Wahlverantwortliche auf mögliche juristische und politische Konflikte vor. Reuters berichtete Mitte September nach Gesprächen mit mehr als 50 Wahlverantwortlichen von Sorgen über Eingriffe des Bundes, Desinformation und Auseinandersetzungen um Wahlunterlagen. Die Regierung wiederum weist Vorwürfe zurück, Bundesbehörden zur Einschüchterung von Wählern einsetzen zu wollen.