Mirko Drotschmann: ‚Geschichte muss persönlich und greifbar sein‘

Mit «Aufbruchsjahre – Deutschland nach dem Krieg» blickt Mirko Drotschmann auf die Jahre 1945 bis 1948 und verbindet die großen politischen Umbrüche mit persönlichen Schicksalen. Im Interview spricht er über seine eigene Familiengeschichte, verdrängte NS-Täter, Flucht und Integration und erklärt, warum er KI bei der Darstellung historischer Ereignisse kritisch sieht.

Die Jahre 1945 bis 1948 werden häufig auf Begriffe wie „Stunde Null“ und Wiederaufbau reduziert. Was wollten Sie mit „Aufbruchsjahre“ diesem bekannten Bild der Nachkriegszeit hinzufügen?
Wenn es um Begriffe geht wie „Stunde Null“ oder andere, dann kennt man das meistens aus dem Geschichtsunterricht oder aus großen Dokumentationen, die sich mit politischen Entwicklungen auseinandersetzen und mit einzelnen Etappen in der deutschen Geschichte. Uns war es in dieser Dokumentation wichtig, das eine zu tun, ohne dabei das andere aus dem Blick zu verlieren: Wir wollten die große Geschichte darstellen, aber auf der anderen Seite auch zeigen, dass dies immer mit persönlichen Schicksalen und Erlebnissen sowie einzelnen Menschen zusammenhängt, welche diese Geschichte auf ganz unterschiedliche Weise geprägt haben. Vielleicht auch unauffällig geprägt haben, aber trotzdem ein Teil dieser geschichtlichen Entwicklung waren. Und das ist unsere Kernherangehensweise gewesen. Wir hoffen, dass es beim Publikum auch so ankommt.

Sie erzählen sehr unterschiedliche Geschichten: von Holocaust-Überlebenden und Vertriebenen über Menschen, die den Wiederaufbau organisieren, bis hin zu ehemaligen Nationalsozialisten. Wie schwierig war es, diese unterschiedlichen Perspektiven in einem Film zusammenzuführen, ohne historische Unterschiede einzuebnen?
Ein großer Vorteil des Films ist seine Länge von 90 Minuten. Diese Zeit ermöglicht es, viele Aspekte unterzubringen und die Geschichte differenziert zu erzählen, ohne sie zu stark verdichten oder verkürzen zu müssen. Dadurch kann man verschiedene einzelne Geschichten zu einer großen Geschichte verweben, ohne auf wichtige Aspekte verzichten zu müssen. Ich hoffe, dass es uns gelungen ist, eine Gesamterzählung zu kreieren. Gleichzeitig soll deutlich werden, dass es sich nicht um eine lineare Entwicklung handelt, sondern um einen Verlauf mit vielen Nebensträngen, die unsere heutige Gegenwart maßgeblich geprägt haben.

Die Recherche führt Sie auch in Ihre eigene Familiengeschichte und zu Angehörigen, die nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat suchen mussten. Was haben Sie dabei erfahren, das Sie vorher über Ihre Familie noch nicht wussten?
Meine Oma war noch sehr klein, als sie mit ihrer Familie aus dem damaligen Ostpreußen vertrieben worden ist. Vieles von dem, was sie heute über diese Zeit erzählt, stammt auch für sie selbst aus Erzählungen und nicht aus persönlichen Erinnerungen. Ihre eigenen Erinnerungen setzen vermutlich erst Ende der 1940er-, Anfang der 1950er-Jahre ein. Nach Kriegsende war sie gerade einmal zwei Jahre alt, sodass nur wenig von dieser Zeit aus eigener Erinnerung geblieben sein dürfte. Gleichzeitig ist aber trotzdem vieles von dem, was sie mir im Laufe der Jahre berichtet hat, dann auch durch Dokumente, die wir gefunden haben, bestätigt worden. Es gab aber auch neue Aspekte: Beispielsweise verlief die Flucht weniger geradlinig als zunächst angenommen. Es ging nicht einfach aus der alten Heimat von Landsberg an der Warte nach Eschede, wie es mir immer erzählt wurde. Teilweise ging es hin und her, in den Westen, dann wieder in den Osten zurück. Als ich meiner Oma von den Erkenntnissen berichtet hatte, die unsere Recherche ergeben haben, konnte sie sich langsam auch wieder erinnern. „Ah ja, stimmt, meine Mutter hatte mal davon erzählt.“ Auch über die Eltern meiner Oma oder die Großeltern meiner Oma mehr zu erfahren, fand ich sehr bewegend. Insbesondere auch über das Schicksal meines Uropas, der vom ersten Kriegstag an bis zum letzten Kriegstag eingezogen war. Er musste kämpfen, wurde mehrfach schwer verwundet und ist trotzdem immer wieder von der Wehrmacht an die Front geschickt wurden. Er selbst war nie Parteimitglied, geschweige denn ein glühender Nationalsozialist. Dennoch musste er für das verbrecherische NS-Regime von der ersten bis zur letzten Stundes des Kriegs sein Leben riskieren. Soweit ich aus persönlichen Erzählungen von Bekannten meines Opas weiß, hat er diese Zeit nie ganz überwunden – so wie vermutlich eine ganze Generation von jungen Männern damals. Und auch da haben sich durch Unterlagen, Aktenfunde, zum Beispiel beim DRK-Suchdienst, neue Aspekte ergeben, die ich so bisher nicht kannte.

Verändert sich Ihre Arbeit als Historiker und Presenter, wenn Sie plötzlich nicht mehr nur die Geschichte anderer Menschen erzählen, sondern die eigene Familie Teil der historischen Erzählung wird?
Ein Stück weit schon. Das ist mir immer dann besonders aufgefallen, wenn wir Drehtage hatten, bei denen es um meine Oma ging. Ich stand in dieser Zeit auch immer in Kontakt mit ihr und habe ihr dann immer wieder Updates gegeben. Das heißt, man spricht hier nicht über etwas, das anderen Menschen widerfahren ist, sondern über etwas, das die eigene Familie unmittelbar betrifft. Gleichzeitig ist es mir wichtig, eine Grenze zu ziehen und nicht zu sehr ins Private zu gehen. Das, was im Film gezeigt wird, soll auf einer Ebene bleiben, die für alle Beteiligten noch vertretbar ist. Über solche Erfahrungen zu sprechen, ist auf eine ganz andere Weise bewegend, als über Dinge zu erzählen, zu denen man keinen unmittelbaren persönlichen Bezug hat.

Mit Hadassah Rosensaft erzählen Sie von einer Holocaust-Überlebenden, die sich nach der Befreiung um jüdische Waisenkinder kümmerte. Was hat Sie an ihrer Geschichte besonders beeindruckt?
Diese Geschichte ist besonders beeindruckend. Jeder hätte verstanden, wenn sie angesichts dessen, was sie selbst durchmachen musste, nur noch an sich und ihr eigenes Überleben gedacht hätte. Und trotzdem hat sie sich ihre Menschlichkeit bewahrt. Während des Holocausts und auch unmittelbar danach übernahm sie die Verantwortung für zahlreiche Waisenkinder und rettete ihnen das Leben. Für mich zeigt diese Geschichte sehr eindrücklich, dass es selbst inmitten dieser Unmenschlichkeit und der unvorstellbaren Verbrechen Menschen gab, die selbst zu Opfern geworden waren und sich dennoch nicht davon abhalten ließen, anderen zu helfen. Eine solche Haltung und eine solche Tat kann man gar nicht hoch genug würdigen.

Auf der anderen Seite steht der ehemalige Gauleiter Sigfried Uiberreither, der fliehen konnte und offenbar bis zu seinem Tod unbehelligt in der Bundesrepublik lebte. Wie wichtig war Ihnen zu zeigen, dass das Jahr 1945 keineswegs automatisch einen vollständigen personellen und gesellschaftlichen Bruch mit dem Nationalsozialismus bedeutete?
Das war uns sehr wichtig, denn wir wollten nicht nur die Geschichten derjenigen erzählen, die Mut bewiesen und das Land nach dem Krieg wieder mit aufgebaut haben. Wir wollten auch diejenigen in den Blick nehmen, die an den Verbrechen beteiligt waren – und das waren sehr viele. Die meisten von ihnen hatten keinen großen Namen wie Himmler, Göring oder Goebbels. Nach dem Ende des Nationalsozialismus hat man die Verantwortung gerne auf einige wenige prominente Täter abgeschoben, nach dem Motto: „Das waren ja nur die, wir haben nichts getan.“ Aber das ist natürlich falsch. An den Verbrechen des Nationalsozialismus waren unzählige Menschen beteiligt. Viele von ihnen kamen nach dem Krieg unbehelligt davon. Auch das wollten wir zeigen, denn darin liegt ein großes Unrecht, das viel über diese Zeit aussagt. Zahlreiche Täter wurden nie für ihre Taten zur Verantwortung gezogen. Und gerade das löst bei mir bis heute ein starkes Gefühl von Ungerechtigkeit aus. Ändern können wir daran heute nichts mehr. Aber wir können darüber sprechen, ihre Geschichten sichtbar machen und ihnen zumindest im Nachhinein die Verantwortung zuweisen, die ihnen zu ihrer Zeit nicht abverlangt wurde.

Wolfgang Leonhard wiederum wollte zunächst am Aufbau eines sozialistischen Deutschlands mitwirken und zweifelte später an der stalinistischen Entwicklung in der Sowjetischen Besatzungszone. Beginnt die spätere Teilung Deutschlands im Grunde bereits in diesen ersten Nachkriegsjahren?
Ja, eindeutig. Sobald der gemeinsame Feind verschwunden war, zeigte sich zwischen der Sowjetunion auf der einen und den westlichen Alliierten – den USA, Großbritannien und Frankreich – auf der anderen Seite, dass dieser gemeinsame Gegner letztlich das Einzige gewesen war, was beide Seiten miteinander verbunden hatte.

Von Anfang an herrschte Misstrauen gegenüber der jeweils anderen Seite, da zwei grundlegend unterschiedliche Systeme aufeinanderprallten. Diese Gegensätze traten nach Kriegsende immer deutlicher hervor – bereits im Mai 1945 und spätestens im August 1945, als der Zweite Weltkrieg weltweit beendet war. Damit zeichneten sich auch die längerfristige Teilung Deutschlands und die unterschiedlichen Entwicklungen in Ost und West immer klarer ab. Auch wenn viele Menschen das damals noch nicht sehen wollten oder konnten: Der Westen brauchte Verbündete in Mitteleuropa. Die Sowjetunion wiederum wollte ihre Besatzungszone zum einen für die eigenen Zwecke nutzen, etwa indem sie Material und Fabriken abtransportierte. Zum anderen sollte sie als Brückenkopf in Richtung Westen dienen. Schon in den ersten Nachkriegsjahren zeichnete sich deshalb ab, dass Deutschland zum Spielball des beginnenden Systemkonflikts werden würde.

Beate Uhse fällt auf den ersten Blick etwas aus einer Reihe von Holocaust, Vertreibung, Wiederaufbau und politischer Neuordnung heraus. Warum ist gerade ihre Geschichte wichtig, um die gesellschaftliche Aufbruchsstimmung dieser Jahre zu verstehen?
Beate Uhse steht für eine etwas andere Form des Aufbruchs. Es war damals alles andere als selbstverständlich, dass Frauen in dieser Form unternehmerisch tätig wurden. Sie hat die Zeichen der Zeit erkannt, war mutig und bereit, sich über bestehende Tabus hinwegzusetzen. Gleichzeitig erkannte sie einen großen Bedarf in einem Bereich, in dem sie schließlich unternehmerisch tätig wurde. Damit steht sie stellvertretend für mutige Menschen – und insbesondere auch für Frauen –, die in der Nachkriegszeit die Ärmel hochgekrempelt und nach vorne geschaut haben. Menschen, die nicht nur für sich selbst etwas aufbauen wollten, sondern auch dazu beigetragen haben, dass andere vorankommen konnten. Beate Uhse wurde zu einer bedeutenden Arbeitgeberin, und genau deshalb fanden wir ihre Geschichte so interessant. Auch wenn sie, wie schon richtig formuliert, im Vergleich zu den anderen Protagonistinnen und Protagonisten des Films ein Stück weit herausfällt.

Der Titel lautet „Aufbruchsjahre“. Gleichzeitig waren diese Jahre von Hunger, Verlust, Heimatlosigkeit und einer nur teilweise aufgearbeiteten NS-Vergangenheit geprägt. Ist „Aufbruch“ rückblickend vielleicht sogar ein zu positiver Begriff für die Jahre 1945 bis 1948?
Diese Frage kann man sich durchaus stellen. In unserer Dokumentation zeigen wir, dass es die beiden Seiten gab: Hunger, Elend, Leid auf der einen und Aufbruch auf der anderen Seite. Im Titel war es uns einfach wichtig, einen positiven Aspekt herauszustellen, denn letztlich war es eine Aufbruchszeit, die man damals vorgefunden hat. Deutschland war weitgehend zerstört und musste wieder aufgebaut werden. Das konnte nur gelingen, weil die Menschen einen neuen Aufbruch wagten. Was unsere Vorfahren damals geleistet haben, kann gar nicht hoch genug angerechnet werden: In einer scheinbar ausweglosen und hoffnungslosen Situation ist es ihnen gelungen, aus den Trümmern ein Land wieder auferstehen zu lassen.

Es waren multiple Herausforderungen, sowohl für die Politik, die Gesellschaft und die Wirtschaft. Es gab kein funktionierendes politisches System, keine funktionierende Wirtschaft, keine funktionierenden gesellschaftlichen Zusammenhänge und noch dazu standen viele Häuser nicht mehr. Jede einzelne dieser Herausforderungen wäre für sich genommen schon unvorstellbar groß gewesen. Dass all das gleichzeitig bewältigt werden musste, hatte noch einmal eine ganz andere Dimension. Ohne eine gewisse Aufbruchsstimmung wäre es wohl kaum gelungen, diese Situation zu überwinden. Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass in dieser Zeit auch vieles schiefgelaufen ist und sehr viel Leid herrschte.

Sie setzen KI-unterstützte Visualisierungen im Stil von Graphic Novels ein. Gerade bei Nationalsozialismus und Holocaust wird derzeit intensiv darüber diskutiert, wie weit künstlich erzeugte historische Bilder gehen dürfen. Wo ziehen Sie für sich die Grenze zwischen sinnvoller Visualisierung und einer Verfälschung historischer Wirklichkeit?
Ich bin da tatsächlich sehr kritisch. Ich halte es für problematisch, wenn durch den Einsatz technischer Hilfsmittel wie Künstlicher Intelligenz der Eindruck entsteht, man würde damit die historische Wirklichkeit unmittelbar abbilden. Inzwischen gibt es auf Social-Media-Plattformen zahlreiche Videos, die vermeintliche Zeitreisen oder ähnliche Szenarien zeigen. Das halte ich für bedenklich.

Wenn KI dagegen eingesetzt wird, um den Blick auf historische Zusammenhänge zu schärfen oder bestimmte Dinge anschaulicher zu machen, kann sie meiner Meinung nach durchaus ein sinnvolles Mittel für historische Dokumentationen sein. Wenn man beispielsweise Graphic Novels mithilfe von KI ein Stück weit zum Leben erweckt, finde ich das legitim – solange dabei nicht der Eindruck entsteht, es handle sich um authentisches historisches Material und die historische Wirklichkeit nicht verzerrt wird.

Eine ähnliche Diskussion gibt es auch bei Reenactments und nachgestellten Szenen mit Schauspielern, Darstellern oder Komparsen. Auch hier stellt sich die Frage, wie weit man gehen kann. Für mich ist das dann vertretbar, wenn klar bleibt, dass es sich um eine Inszenierung handelt und nichts hinzugedichtet oder Menschen etwas in den Mund gelegt wird, was sie so nie gesagt haben.

Sie erreichen mit «Terra X History» und Ihren eigenen digitalen Angeboten auch viele jüngere Menschen. Merken Sie, dass eine Generation, für die selbst Großeltern die NS-Zeit oftmals nicht mehr bewusst erlebt haben, einen anderen Zugang zur Nachkriegsgeschichte benötigt?
Tatsächlich würde ich mich da selbst auch dazu zählen, da meine Oma wie oben erwähnt auch erst 2 Jahre alt war, als der Zweite Weltkrieg endete. Mein Opa ist jedoch schon verstorben, war aber Soldat im Zweiten Weltkrieg und hat mir somit davon berichtet. Das hat mich sehr geprägt, mir aber auch einen Einstieg in die eigene Recherche zu dieser Zeit ermöglicht. Ich kann ihn heute nicht mehr fragen, und so geht es vielen jungen Menschen, deren Großeltern diese Zeit nicht oder kaum noch miterlebt haben. Umso wichtiger finde ich es, Zugänge zu schaffen und Geschichte auf eine Weise zu vermitteln, die persönlich und greifbar ist. Der Weg über persönliche Erzählungen und individuelle Schicksale ist dafür besonders geeignet. So lässt sich die große Geschichte sehr anschaulich, nahbar und lebensweltbezogen erzählen und für die Menschen nachvollziehbar machen.

Ich glaube, dass es davon noch viel mehr braucht. Ich freue mich, dass sich so viele junge Menschen in Deutschland für Geschichte interessieren.

Wenn man auf die Jahre 1945 bis 1948 schaut, wurden damals viele Weichen gestellt, deren Folgen Deutschland bis heute beschäftigen. Welche dieser Entwicklungen wird Ihrer Meinung nach in der öffentlichen Erinnerung noch immer am stärksten unterschätzt?
Da gibt es sicher mehrere Aspekte, zum Beispiel den Mut, den Willen und die Kraft der Menschen, die Deutschland damals wieder aufgebaut haben. Besonders interessant finde ich aber auch die Geschichte der Vertriebenen und Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Wenn wir etwa auf die Sudetendeutschen schauen, von denen rund eine Million nach Bayern kamen, zeigt sich für mich exemplarisch, wie Integration gelingen kann. Zunächst wurden sie keineswegs mit offenen Armen empfangen, sondern gesellschaftlich ausgegrenzt. Trotzdem haben sie sich erstaunlich schnell integriert, mit angepackt, das Land wieder aufgebaut und sich in die Gesellschaft eingebracht. Heute spricht man bei den Sudetendeutschen und anderen Vertriebenen sogar vom „vierten Stamm Bayerns“ – das kann man durchaus als eine Art Ritterschlag verstehen. Für mich ist das ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie Integration gelingen und eine große Zahl von Menschen in eine Gesellschaft hineinwachsen kann.

Durch Eigeninitiative, persönliches Engagement und auch durch Einheimische, die ihr Potenzial erkannt haben, ist es ihnen gelungen, anzukommen und Teil der Gesellschaft zu werden. Auch die weitere Entwicklung finde ich spannend – etwa die bis heute andauernde Versöhnung zwischen Deutschland und Tschechien öder Veranstaltungen wie der Sudetendeutsche Tag, der inzwischen auch in Tschechien stattfindet. Das sind Aspekte der Nachkriegsgeschichte, die aus meiner Sicht bislang zu wenig betrachtet werden. Umso wichtiger finde ich es, sich damit auseinanderzusetzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Der «Terra X History»-Film „Aufbruchsjahre - Deutschland nach dem Krieg“ ist am Dienstag, 6. Oktober, um 20.15 Uhr zu sehen. Er ist zwischen 5. Oktober 2026 und 4. Oktober 2031 abrufbar.
06.10.2026 16:10 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176263