Benjamin Raue gerät als junger Mann mit Downsyndrom unter Mordverdacht, während Ronald Zehrfeld einen ehemaligen Rockerboss spielt.

Das Schweizer
«Tatort»-Duo Isabelle Grandjean und Tessa Ott bekommt es in seinem nächsten Fall mit zwei sehr unterschiedlichen Verdächtigen zu tun. Das Erste zeigt „Frei wie ein Adler“ am Sonntag, 8. November 2026, um 20.15 Uhr. Bereits ab Freitag, 6. November, steht der Krimi in der ARD Mediathek zur Verfügung. Neben Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler übernehmen Benjamin Raue und Ronald Zehrfeld zentrale Rollen. Die Produktion ist inklusiv besetzt, unter anderem wirken Schauspielerinnen und Schauspieler des Zürcher Theaters HORA mit.
Ausgangspunkt der Geschichte ist die kleine Wäscherei von Sophia Cancellara, gespielt von Jeanne Devos. Sie möchte Zürich verlassen, bevor ihr Exmann Simon Bärfuss aus dem Gefängnis entlassen wird. Der frühere Rockerboss, den Ronald Zehrfeld verkörpert, saß sieben Jahre hinter Gittern. Sophias Pläne führen zu einem heftigen Streit mit ihrem Mitarbeiter Jacob Göldi. Für den jungen Mann mit Downsyndrom bedeutet die Wäscherei weit mehr als nur einen Arbeitsplatz – sie ist für ihn zu einem zweiten Zuhause geworden. Am folgenden Tag wird Sophia erschlagen aufgefunden. Isabelle Grandjean und Tessa Ott nehmen zunächst Simon ins Visier, der inzwischen wieder auf freiem Fuß ist. Selbst seine Tochter Nadja hält es für möglich, dass ihr Vater ihre Mutter getötet hat. Gleichzeitig müssen die Ermittlerinnen Jacobs Ausraster vom Vortag überprüfen und der Frage nachgehen, ob auch er zu einer solchen Tat fähig wäre. Die Nachforschungen führen Grandjean und Ott in Jacobs inklusive Wohngemeinschaft. Dort leben mehrere Menschen mit Trisomie 21, deren Rollen unter anderem mit Mitgliedern des Theaters HORA besetzt wurden. Der Krimi will Jacob dabei ausdrücklich nicht allein über sein Downsyndrom definieren: Er wird wie andere Verdächtige ernst genommen, besitzt eigene Wünsche und Gefühle und kann ebenso Fehler machen oder wütend werden.
Der Fall nimmt eine weitere Wendung, als Nadja entführt wird. Gleichzeitig finden die Ermittlerinnen heraus, dass Simon in Wahrheit nicht ihr biologischer Vater ist. Weitere Ungereimtheiten führen schließlich sogar direkt in die ermittelnde Behörde. Währenddessen entsteht zwischen dem ehemaligen Rockerboss Simon und Jacob eine unerwartete Verbindung: Beide erleben auf unterschiedliche Weise, wie andere Menschen aufgrund ihrer Vergangenheit beziehungsweise ihrer Behinderung vorschnell über sie urteilen.
Inszeniert wurde «Frei wie ein Adler» von Christian Theede nach einem Drehbuch von Jürgen Werner. Beide haben bereits mehrfach für die «Tatort»-Reihe gearbeitet. Tobias Dengler übernahm die Kamera, Fabian Römer komponierte die Musik. Gedreht wurde im Herbst 2025 in Zürich und Umgebung, darunter auf der Landiwiese am Zürichsee. Motorrad- und Töffli-Fahrten durch die Stadt sollen Zürich dabei aus einer ungewohnten Perspektive zeigen. Produziert wurde der Film von Hugofilm Features im Auftrag der ARD Degeto für Das Erste.
Zum weiteren Ensemble gehören Aaron Arens, Rachel Braunschweig, Stella Alraun, Dimitri Stapfer, Roeland Wiesnekker, Juliane Siebecke, Maxime Valvini, Daniel Lommatzsch, Julian Schneider, Robin Gilly, Vera Flück, Gianni Blumer und Cecilia Steiner.
Benjamin Raue über seine Figur Jacob: „Jacob wird von der Polizei genauso ernst genommen wie andere Verdächtige. Er kann freundlich sein, aber auch wütend werden und Fehler machen. Menschen mit Trisomie 21 sind genauso unterschiedlich wie alle anderen Menschen – und genau diese Vielfalt möchte ich auch als Schauspieler zeigen. Ich bin sehr stolz, dass ich jetzt eine große Rolle in einem «Tatort» spielen durfte. Schauspieler zu sein, war immer mein Traum, und seit „Herzstolpern“ sind viele großartige Erfahrungen und Rollen dazugekommen. Ich möchte unbedingt weitermachen, neue Figuren ausprobieren und zeigen, was ich als Schauspieler noch alles kann. Ich bin gespannt, welche Rolle als Nächstes auf mich wartet.“
Juliane Siebecke über ihre Rolle Paula und die Dreharbeiten: „Paula weiß ziemlich genau, was sie möchte. Sie hat ihre eigenen Wünsche, ihre eigenen Gefühle und ihre eigene Vorstellung davon, wie sie leben will. Mir gefällt, dass man sie als junge Frau und als eigenständige Persönlichkeit kennenlernt und ihre Story nicht über ihr Down-Syndrom entwickelt wird. Besonders schön waren für mich die Szenen in unserer WG. Da standen wir mit mehreren Schauspielerinnen und Schauspielern mit Trisomie 21 gemeinsam vor der Kamera, auch mit Ensemblemitgliedern vom Theater HORA. Wir spielen dort nicht einfach Menschen mit Down-Syndrom, sondern ganz unterschiedliche Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren eigenen Geschichten.“