Jannik Schümann gibt sich in «Jossi» als Jude aus

⁠Die neue Culture-Clash-Comedy von SWR und arte nimmt Identität, Migration und Diversity aufs Korn. Nilam Farooq spielt Schümanns ahnungslose Kollegin.

Eine Lüge soll Wanja die große Schauspielkarriere ermöglichen und macht ihn schließlich zum berühmtesten Juden Deutschlands. In der neuen Comedyserie «Jossi» spielt Jannik Schümann einen erfolglosen Schauspieler, der für eine begehrte Rolle kurzerhand behauptet, jüdisch zu sein. Die sechs jeweils halbstündigen Folgen stehen ab Freitag, 13. November 2026, für ein Jahr in der ARD Mediathek zur Verfügung. Head-Autor Jonas Zimmermann entwickelte die Serie gemeinsam mit Leo Khasin und Andrej Sorin. Wolfgang Groos führte Regie.
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Wanja stammt aus einer russlanddeutschen Familie, die vor fast 30 Jahren nach Berlin gezogen ist, ohne nach eigener Wahrnehmung jemals wirklich in der gesellschaftlichen Mitte angekommen zu sein. Während er von einer Karriere als Schauspieler träumt und noch im Escape-Room seines Freundes Assaf arbeitet, kämpfen auch seine Eltern mit Problemen. Boris (Rezo Tschchikwischwili) und Sveta (Marina Weis) betreiben ein russisches Restaurant. Um dessen Pleite zu verhindern, greift Boris zur Kaviarfälschung – möglichst ohne Wissen seiner Jura studierenden Tochter Mascha (Irina Kurbanova).
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Für Wanja scheint sich plötzlich eine große Chance aufzutun: Der amerikanische Star-Regisseur Sam Rosenberg (Thomas Loibl) sucht einen russischsprachigen Schauspieler. Aufgrund von Diversity-Vorgaben soll dieser gleichzeitig Jude sein. Wanja erfüllt zwar die erste Voraussetzung, nicht aber die zweite – und behauptet deshalb kurzerhand, jüdisch zu sein. Noch komplizierter wird die Täuschung durch Dana Gold, gespielt von Nilam Farooq. Wanja verliebt sich während der Vorbereitungen in die erfolgreiche und schlagfertige Schauspielerin, die tatsächlich Jüdin ist. Während er versucht, seine Herkunftslüge vor ihr geheim zu halten und gleichzeitig die Rolle nicht zu verlieren, verstrickt er auch seine Familie immer stärker in seine Geschichte. Eine unerwartete Wendung nimmt die Angelegenheit vor einer Synagoge. Wanja wirft sich spontan auf einen Angreifer und wird durch seine vermeintlich heldenhafte Tat plötzlich öffentlich bekannt. Aus dem Schauspieler, der lediglich für eine Rolle eine falsche Identität angenommen hat, wird damit ausgerechnet der „berühmteste Jude Deutschlands“.
05.10.2026 19:42 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176219