Sky-Doku rollt jahrzehntelange Gewaltserie gegen Frauen auf

⁠«Mein Mann, mein Mörder – Wegsehen tötet» stellt nicht den Täter, sondern die betroffenen Frauen und die Frage nach möglichen Versäumnissen von Institutionen in den Mittelpunkt.

Der Streamingdienst Sky widmet sich in einer neuen True-Crime-Dokumentation einem Fall, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt. «Mein Mann, mein Mörder – Wegsehen tötet» ist ab Donnerstag, 19. November, bei Sky und WOW auf Abruf verfügbar und wird am selben Abend um 21.00 Uhr bei Sky Crime ausgestrahlt. Regie bei dem rund 90-minütigen Film führt Grimme-Preisträgerin Lena Leonhardt. Produziert wurde «Mein Mann, mein Mörder – Wegsehen tötet» von JANUS Productions für Sky Deutschland. Sebastian von Wurmb-Seibel fungiert als Produzent, Nicole Zöller als Executive Producerin. Für Sky verantwortet Nico Gammella die Produktion als Executive Producer.
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Ausgangspunkt ist der Tod der 63-jährigen Saskia S., die 2013 in ihrer Wohnung in Prien am Chiemsee durch 14 Messerstiche getötet wurde. Täter war ihr Partner Winfried. Als Saskias Cousin Burchard Dabinnus anschließend dessen Vergangenheit untersucht, stößt er laut der Dokumentation auf eine jahrzehntelange Geschichte von Gewalt gegen Frauen. Schon frühere Partnerinnen sollen von Winfried misshandelt, bedroht und vergewaltigt worden sein. Eine Frau hatte er bereits Jahrzehnte zuvor getötet.
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Die Dokumentation geht bis in die späten 1960er-Jahre zurück. Erstmals äußern sich Winfrieds erste Ehefrau Marja-Leena und die gemeinsame Tochter Tuija öffentlich über ihre Erfahrungen. Marja-Leena beschreibt eine Beziehung, die laut Sky zunächst von Zuneigung geprägt war und zunehmend von Kontrolle und Gewalt bestimmt wurde. Schließlich floh sie mit ihrer Tochter zu ihrer Familie nach Finnland. Winfried soll sie jedoch auch dort weiter verfolgt haben.
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In den folgenden Jahren zeichnet der Film ähnliche Entwicklungen bei weiteren Beziehungen nach. Marion sei geschlagen, vergewaltigt und gefangen gehalten worden. Anfang der 1980er-Jahre lernte Winfried in Wien Konstantina kennen. Auch sie habe wiederholt Hilfe gesucht und mehrfach Anzeige erstattet. 1984 erschoss Winfried die 31-Jährige auf offener Straße vor den Augen ihres elfjährigen Sohnes. Fast drei Jahrzehnte später wurde Saskia getötet.
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Regisseurin Lena Leonhardt: „Was mich bei der Arbeit an diesem Film am meisten erschüttert hat: Dieser Fall führt bis in die 60er-Jahre zurück – und fühlt sich trotzdem erschreckend gegenwärtig an. Denn obwohl in den vergangenen Jahrzehnten Gesetze reformiert und Schutzangebote ausgebaut wurden, steigen die Zahlen von Fällen häuslicher Gewalt, und Femizide sind beinahe täglich Teil unserer Nachrichten.
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Die Frauen in diesem Film haben mich zutiefst berührt und beeindruckt. Ihnen eine Stimme zu geben und damit – stellvertretend für so viele Betroffene – Gehör zu verschaffen, war für mich der Hauptantrieb, diesen Film zu machen. Wie wird aus Liebe Kontrolle, aus Nähe Besitzdenken und schließlich Gewalt? Warum ist es für Betroffene so schwer, sich daraus zu befreien – und warum gelingt es uns als Gesellschaft noch immer nicht, sie ausreichend zu schützen? Denn solange wir diese Geschichten als Einzelfälle betrachten, übersehen wir das Muster, das sie miteinander verbindet.“
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Kamila Schmid, Director Sky Original Non-Scripted Productions Sky Deutschland: „Dieser Fall eines Seriengewalttäters ist so erschreckend wie unglaublich. Über Jahrzehnte wurden die Gewalttaten von Winfried an Frauen nicht erkannt und angemessen verfolgt. Mit unserer Sky Original Dokumentation ‚Mein Mann, mein Mörder – Wegsehen tötet‘ geben wir erstmals den Betroffenen und ihren Angehörigen ausführliche Stimmen. Damit wollen wir auch den Blick auf ein gesellschaftliches Problem richten, das nicht länger übersehen werden darf.“
02.10.2026 15:50 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176182