ARD-Auslandskorrespondent Albrecht Reinhardt ist tot

⁠Der frühere stellvertretende WDR-Chefredakteur und Leiter des ARD-Studios Moskau starb wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag.

Der WDR trauert um Albrecht Reinhardt. Der langjährige ARD-Auslandskorrespondent ist am Sonntag, 27. September 2026, im Alter von 81 Jahren gestorben. Am 4. Oktober wäre der Journalist 82 Jahre alt geworden. Reinhardt arbeitete über Jahrzehnte für den WDR und berichtete unter anderem aus Moskau, Warschau und Nairobi.
⁠
In seiner journalistischen Arbeit beschäftigte sich Reinhardt intensiv mit den Umbrüchen in Osteuropa, Kriegen und Krisen in Afrika sowie den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Russland. Neben der aktuellen Berichterstattung interessierten ihn besonders Reportagen über die Menschen und ihren Alltag in den jeweiligen Ländern.
⁠
Reinhardt setzte sich zugleich kritisch mit der Arbeit der Medien auseinander. Während des Kosovokrieges 1999 hinterfragte er öffentlich die damalige Kriegsberichterstattung. Dabei kritisierte er die Informationspolitik der Bundesregierung und warnte davor, militärische Sprachregelungen ungeprüft zu übernehmen. Dass kritische Fragen an die eigene Regierung als Parteinahme für den Kriegsgegner verstanden werden könnten, betrachtete er als gefährliche Entwicklung.
⁠
Nach einem Geschichtsstudium in Köln und Bonn kam Reinhardt Mitte der 1970er-Jahre zum WDR. Zunächst arbeitete er für das Landesprogramm und das politische Fernsehmagazin «Monitor». Im August 1994 übernahm er die Leitung der Programmgruppe Aktuell im Fernsehen. Damit gehörte unter anderem die Kölner «Tagesschau»-Redaktion zu seinem Verantwortungsbereich.
⁠
1997 wurde Reinhardt stellvertretender Chefredakteur des WDR und übernahm zugleich die Leitung der Programmgruppe Ausland. Darüber hinaus stand er mehrere Jahre als Moderator des «Weltspiegel» vor der Kamera. 2002 wechselte Reinhardt noch einmal ins Ausland und übernahm die Leitung des ARD-Studios in Moskau. Von dort berichtete er über Russland und die ehemaligen Sowjetrepubliken. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2007 blieb er für die ARD in der russischen Hauptstadt tätig. Zu seinen letzten größeren Arbeiten gehörte die zweiteilige Reisereportage «Auf der Transsib – Von Moskau nach Peking».
⁠
Ingmar Cario, WDR-Programmdirektor Information, Fiktion und Unterhaltung: „Albrecht Reinhardt hat über eine lange Zeit die Auslandsberichterstattung des WDR geprägt, als Leiter der Auslandsabteilung, stellvertretender Chefredakteur, Korrespondent in Moskau, Warschau und Nairobi. Mit seinen herausragenden Kenntnissen und seiner zugewandten Art war er als Journalist und Führungskraft Vorbild für viele Kolleginnen und Kollegen im Haus. Seiner Familie gilt unser Mitgefühl.“
02.10.2026 15:48 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176181