David Ellison gibt dem neuen Medienriesen den Namen seiner ursprünglichen Produktionsfirma. Paramount und Warner Bros. sollen als eigenständige Marken erhalten bleiben.

Der aus Paramount und Warner Bros. Discovery entstehende Medienkonzern hat einen Namen: Nach dem für den 6. Oktober geplanten Abschluss der 111 Milliarden Dollar schweren Fusion wird das Unternehmen schlicht Skydance heißen. Chairman und CEO David Ellison greift damit auf den Namen jener Produktionsfirma zurück, mit der seine Karriere in Hollywood begann. Die Bezeichnung bedeutet allerdings nicht, dass die traditionsreichen Namen Paramount und Warner Bros. verschwinden. Beide Filmstudios sollen ihre eigenständigen Identitäten und Marken behalten. Skydance fungiert vielmehr als übergeordneter Konzernname für das künftig erheblich größere Medienunternehmen.
Unter dessen Dach treffen zwei der größten Hollywood-Studios sowie die Streamingdienste HBO Max und Paramount+ aufeinander. Hinzu kommen zahlreiche Fernsehsender und Marken wie CBS, CNN, MTV, TBS, Comedy Central und Food Network. Auch das Portfolio an Franchises reicht von «Harry Potter», «Game of Thrones» und dem DC-Universum über «Yellowstone» bis zu «Mission: Impossible», «Top Gun» und den Nickelodeon-Marken.
An der Spitze von Skydance steht David Ellison als Chairman und CEO. Der frühere Mattel-Chef Ynon Kreiz tritt bereits am 5. Oktober in das Unternehmen ein und wird als Co-CEO insbesondere das Tagesgeschäft und die Integration der bislang getrennten Unternehmen begleiten.
Mit der Zusammenführung geht allerdings auch eine enorme Schuldenlast einher. Für Skydance werden nach Abschluss der Transaktion Verbindlichkeiten von mehr als 80 Milliarden Dollar erwartet. Neben bereits bestehenden Schulden von Paramount und Warner Bros. Discovery kommen neue Finanzierungen für die Übernahme hinzu. Paramount gibt unter anderem Anleihen im Umfang von rund 42,4 Milliarden Dollar aus und nimmt zusätzliche Kredite auf.
Kontrolliert werden soll der neue Konzern von David Ellison und seinem Vater, Oracle-Gründer Larry Ellison, gemeinsam mit RedBird-Capital-Gründer Gerry Cardinale. Larry Ellison garantiert persönlich 46,7 Milliarden Dollar an Eigenkapitalfinanzierung für die Übernahme. Weitere rund 24 Milliarden Dollar stammen aus Zusagen der Staatsfonds von Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese sollen nach Angaben von Paramount zusammen 38,5 Prozent des fusionierten Unternehmens halten.
David Ellison: „Paramount und Warner Bros. haben mehr als ein Jahrhundert Kultur geprägt. Indem wir sie zusammenbringen, schreiben wir die Geschichte nicht neu – wir statten diese ikonischen Studios mit einem leistungsfähigeren Motor aus. Gemeinsam sind wir Skydance: ein Zuhause, in dem Kreativität an erster Stelle steht und das für mutiges, hochwertiges Storytelling steht.“
Ellison weiter: „Wir haben diesen Namen aus einigen wichtigen Gründen gewählt. Vor allem wollten wir bei der Zusammenführung von Paramount und Warner Bros. bewahren, was jedes dieser Studios zu einer Ikone gemacht hat. Beide besitzen unverwechselbare Identitäten, außergewöhnliche Traditionen und Marken, die seit Generationen beim Publikum Anklang finden. Wir wollten nie, dass eine neue Unternehmensidentität eines von beiden schwächt, verändert oder überschattet. Stattdessen wollten wir einen Namen, der dem gemeinsamen Unternehmen eine eigene Identität gibt und gleichzeitig Paramount und Warner Bros. – und all unseren außergewöhnlichen Marken – erlaubt, weiterhin im Rampenlicht zu stehen.“
David Ellison: „Wir haben große Ziele für Skydance und wollen sie mit Leidenschaft, Vorstellungskraft und der Bereitschaft verfolgen, kluge Risiken einzugehen. Gleichzeitig werden wir das respektieren, was Paramount und Warner Bros. so besonders macht – indem wir beiden Studios die Möglichkeit geben, zu wachsen, mehr großartige Geschichten zu erzählen und diese Geschichten einem noch größeren Publikum auf der ganzen Welt zugänglich zu machen, unterstützt von der Größe und den Möglichkeiten von Skydance. Ich könnte mich nicht mehr darauf freuen, was wir gemeinsam aufbauen werden.“