«Terra X History» erzählt von geraubten Kindern in Argentinien und der DDR

Die neue Dokumentation zeigt anhand zweier Lebensgeschichten, wie politische Systeme Kinder von ihren Familien trennten und ihre Identität veränderten.

Das ZDF widmet sich in einer neuen Ausgabe von «Terra X History» dem Schicksal von Kindern, die aus politischen und ideologischen Gründen von ihren Familien getrennt wurden. „Geraubte Kinder“ wird in der Nacht zum Montag, 19. Oktober 2026, um 0.00 Uhr ausgestrahlt. Bereits ab Samstag, 17. Oktober, steht die Dokumentation im Streamingangebot des Senders zur Verfügung.

Eine der Geschichten führt nach Argentinien. Victoria Montenegro erfuhr erst spät, dass ihre vermeintliche Familie nicht ihre leibliche Familie war. Der Mann, den sie als ihren Vater kannte und liebte, war für den Tod ihrer biologischen Eltern verantwortlich. Montenegro gehörte zu den schätzungsweise 500 Kindern, die während der argentinischen Militärdiktatur ihren Familien geraubt wurden und mit neuen Namen und Lebensgeschichten aufwuchsen.

Einen anderen politischen Hintergrund hat die Geschichte von Katrin Behr. Sie glaubte lange, ihre Mutter habe sie als Fünfjährige verlassen. Erst als Erwachsene erfuhr sie, dass ihre Mutter in der DDR wegen angeblich "asozialen Verhaltens" als "Staatsfeindin" inhaftiert worden war. Während der Haft wurden ihre beiden Kinder in fremde Obhut gegeben. Für Behr veränderte die spätere Erkenntnis über die tatsächlichen Ereignisse den Blick auf die eigene Kindheit grundlegend.

„Geraubte Kinder“ stellt die Frage in den Mittelpunkt, was eine nachträgliche Enthüllung der eigenen Biografie mit den Betroffenen macht. Anhand der beiden Lebensgeschichten zeichnet die Dokumentation die Suche nach Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit nach und zeigt, wie Entscheidungen autoritärer Systeme noch Jahrzehnte später in das Leben der Betroffenen hineinwirken.
03.10.2026 10:18 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176154