Quotencheck: «Schäm dich Reich!»

In puncto linearer Auswertung muss man eigentlich schon von einer Blamage sprechen – auch On Demand bei den Programm-Marken spielte das Formate keine wirkliche Rolle.

«Schäm dich Reich!» startete im Frühjahr als neue Dating-Gameshow mit den Wolter-Zwillingen Dennis und Benni. Das Konzept verbindet Dates mit einer Mutprobe: Eingeweihte Singles erhalten über einen Knopf im Ohr immer peinliche Aufgaben, die sie vor ihrem ahnungslosen Gegenüber erfüllen müssen. Je weiter sie gehen, desto höher fällt das Preisgeld aus – bis zu 4.000 Euro. Das Format war damit eine Mischung aus Dating, Spielshow und Fremdscham-Comedy und lief zunächst mittwochs im Anschluss an «Joko & Klaas gegen ProSieben».

Die sechs Folgen der ersten Ausstrahlungsphase zwischen dem 29. April und dem 3. Juni erwiesen sich allerdings bereits als ausgesprochen schwerfällig. Zum Auftakt kamen 0,21 Millionen Zuschauer auf 2,2 Prozent Marktanteil. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 0,11 Millionen und behäbige 5,8 Prozent gemessen.

Eine Woche später ging die Reichweite sogar zurück. «Ex das Bier – ohne Hände!» kam am 6. Mai nur noch auf 0,17 Millionen Zuschauer und üble 1,9 Prozent beim Gesamtpublikum. Bei den 14- bis 49-Jährigen entwickelte sich die Folge allerdings gegenläufig: Hier wurden 0,14 Millionen Zuschauer und hinnehmbare 7,4 Prozent erreicht. Damit verbesserte sich die Quote bei den Jüngeren zwar, die Reichweite blieb jedoch überschaubar.

Am 13. Mai folgte «Frag nach seinem Kontostand!» mit Selfiesandra. Diese Konstellation steigerte die Gesamtreichweite auf 0,24 Millionen Zuschauer und kam damit auf weiter niedrige 2,2 Prozent. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen wurde mit 0,15 Millionen die bis dahin höchste Reichweite erzielt. Der Marktanteil lag hier bei dennoch enttäuschend nachgelassenen 6,0 Prozent.

«Füttere ihn mit rohem Teig!» fiel am 20. Mai wieder auf 0,17 Millionen Zuschauer zurück. Der Gesamtmarktanteil sank auf 1,7 Prozent, während bei den 14- bis 49-Jährigen nur noch massiv bedenkliche 0,07 Millionen Zuschauer übrig blieben. Mit verheerenden 3,4 Prozent wurde zugleich der bis dahin schwächste Wert bei den Jüngeren ausgewiesen.

Auch Ende Mai setzte sich die Talfahrt fort. Die fünfte Ausgabe, «Schenk ihm das Lieblingsparfum von deinem Ex!», erreichte am 27. Mai lediglich 0,14 Millionen Zuschauer und 1,6 Prozent beim Gesamtpublikum. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 0,10 Millionen Zuschauer und 6,3 Prozent gemessen. Zwar lag der Marktanteil der jüngeren Gruppe damit wieder über dem Tiefpunkt der Vorwoche, doch die Reichweite blieb mager.

Zum vorläufigen Ende der Ausstrahlungen am 3. Juni konnte «Schäm dich Reich!» schließlich keinen versöhnlichen Schlusspunkt setzen. «Sag, du bist Veganerin – dann bestell Fleisch!» kam nur noch auf 0,14 Millionen Zuschauer und 1,6 Prozent beim Gesamtpublikum. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 0,10 Millionen sowie schlechte 5,6 Prozent gemessen.

Damit ergibt sich für die sechs Folgen eine klare Entwicklung: Nach dem schwachen Start folgte mit der zweiten und insbesondere der dritten Ausgabe noch eine kurze Phase mit etwas höheren Werten bei den Jüngeren, ehe die Reichweite wieder zurückging. Im Schnitt standen 0,18 Millionen Zuschauer und 1,8 Prozent beim Gesamtpublikum zu Buche. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren es 0,11 Millionen Zuschauer und 5,7 Prozent.

Im September erhielt «Schäm dich Reich!» dennoch eine zweite Chance. Allerdings veränderte ProSieben die Programmierung deutlich. Die siebte Folge wurde am 9. September bereits um 21.45 Uhr ausgestrahlt – also erheblich früher als die Folgen im Frühjahr. Der erhoffte Effekt blieb aus: Trotz des deutlich besseren Sendeplatzes wurden nur 0,18 Millionen Zuschauer und blamable 1,0 Prozent gemessen. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren es 0,11 Millionen und nicht minder peinliche 3,8 Prozent.

Eine Woche später ging es wieder zurück in die späte Mittwochsschiene. Folge acht kam am 16. September auf 0,25 Millionen Zuschauer und 2,9 Prozent – das war verbessert, aber nicht gut. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 0,10 Millionen und prozentual erhöhte 6,2 Prozent erreicht. Die neunte und letzte Folge am 23. September fiel wieder auf 0,18 Millionen Zuschauer und 2,3 Prozent zurück. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden lächerliche 0,05 Millionen und 3,8 Prozent erzielt.

Damit erreichten die drei im September ausgestrahlten Folgen im Durchschnitt 0,20 Millionen Zuschauer und 2,1 Prozent beim Gesamtpublikum. Bei den 14- bis 49-Jährigen standen 0,09 Millionen und 4,6 Prozent zu Buche. Auch die Ausweitung beziehungsweise Fortsetzung der Staffel konnte dem Format somit keinen entscheidenden Impuls verleihen. Über die gesamte Spanne betrachtet, blieben die Wolters damit weit von einem Quotenerfolg entfernt.

Für die Bewertung des Neustarts reicht allerdings der Blick auf die klassische TV-Quote allein nicht aus. Denn das Trash-Dating war auch als Streamingmarke angelegt: Die Folgen waren auf Joyn verfügbar, zudem wurde das Format eine Woche nach der TV-Ausstrahlung auf YouTube veröffentlicht. Relevant ist deshalb zudem die Betrachtung der Programmmarken-Performance. Auch auf dieser Ebene konnte die Sendung allerdings keinen zusätzlichen On-Demand-Aufschlag erzielen – im wöchentlichen Ranking spielte die Brand keine wirkliche Rolle.
01.10.2026 12:00 Uhr  •  Mario Thunert Kurz-URL: qmde.de/176075