Cindy Holland verlässt Paramount+

Unmittelbar vor dem geplanten Zusammenschluss mit Warner Bros. Discovery kommt es bei Paramount zu einem prominenten Abgang. HBO-Chef Casey Bloys steht vor deutlich mehr Verantwortung.

Kurz vor dem erwarteten Abschluss der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance werden die Weichen für die künftige Streamingführung gestellt. Cindy Holland hat ihren Posten an der Spitze von Paramount+ und den weiteren Direct-to-Consumer-Angeboten des Konzerns mit sofortiger Wirkung aufgegeben. Nach Informationen von „Variety“ soll HBO-Chef Casey Bloys nach dem Zusammenschluss die Verantwortung für die Streamingaktivitäten beider Unternehmen übernehmen. Eine offizielle Bestätigung seiner neuen Funktion steht allerdings noch aus.

Damit könnte Bloys künftig sowohl HBO und HBO Max als auch Paramount+ verantworten. Der Manager arbeitet seit fast 25 Jahren für HBO und führte die Marke bereits durch mehrere Eigentümerwechsel. Schon in den vergangenen Wochen wurde darüber spekuliert, dass Bloys nach Abschluss der Transaktion eine zentrale Rolle im fusionierten Unternehmen erhalten wird. Auch JB Perrette, derzeit für das Streaminggeschäft und Gaming bei Warner Bros. Discovery zuständig, könnte Teil der neuen Führung werden.

Hollands Abschied erfolgt nach vergleichsweise kurzer Zeit bei Paramount. Die frühere Netflix-Managerin war im Januar 2025 zu David Ellisons Team gestoßen. Zuvor hatte sie 18 Jahre für Netflix gearbeitet, davon neun Jahre als Vice President of Original Content. In dieser Zeit war sie am Aufbau der ursprünglichen Netflix-Programmstrategie beteiligt und verantwortete Teams hinter Produktionen wie «House of Cards», «Stranger Things», «The Crown» und «The Queen’s Gambit». Zwischen Netflix und Paramount führte sie als CEO die Produktionsfirma Sister.

Bei Paramount sollte Holland unter anderem Paramount+ weiterentwickeln und Pluto TV neu positionieren. In ihrer Abschiedsnachricht verweist sie auf mehr als 40 neu bestellte oder verlängerte Serien sowie Rekorde von «Landman» und «Dutton Ranch». Außerdem hebt sie den Ausbau der Sportrechte und Veränderungen bei Pluto TV hervor. Ihre Aussagen zu Reichweiten-, Umsatz- und Abonnentenrekorden stammen aus ihrer eigenen Bilanz zum Abschied.

Der Führungswechsel findet in einer entscheidenden Phase statt. Paramount Skydance steht nach Angaben von „Variety“ nur wenige Tage vor dem Abschluss der 110 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Warner Bros. Discovery. Mit dem Zusammenschluss stellt sich auch die Frage, wie die bislang getrennten Streamingangebote künftig organisatorisch geführt werden.

Cindy Holland: „Als David sich auf die nächste Phase seiner Vision vorbereitet, haben wir über meine Rolle und die Zukunft der zusammengeführten Unternehmen gesprochen. David setzt beim Übergang in dieses nächste Kapitel auf Stabilität bei HBO, und das unterstütze ich voll und ganz. Ich weiß, dass dieses Team über die Führung und Expertise verfügt, um den Übergang und die nächste Phase des Unternehmens zu bewältigen. Daher ist heute mein letzter Tag hier.“
30.09.2026 06:56 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/176036