Saarländischer Rundfunk schließt 2025 mit Millionenminus ab

Der SR weist für das vergangene Geschäftsjahr ein Liquiditätsdefizit von 4,5 Millionen Euro aus. Bis 2028 sollen die Ausgaben bereits um insgesamt 22 Millionen Euro sinken.

Der Saarländische Rundfunk hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Liquiditätsdefizit von 4,5 Millionen Euro abgeschlossen. Der Rundfunkrat genehmigte den Jahresabschluss am Montag einstimmig. Nach Angaben des Senders entspricht das Minus in etwa jener Ertragslücke, die durch die nicht umgesetzte Beitragsempfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) aus dem 24. KEF-Bericht entstanden sei.

Schon 2024 hatte der SR ein Strategie- und Maßnahmenpaket beschlossen, um eine Finanzierungslücke bis zum Ende der laufenden Beitragsperiode 2028 zu verhindern. Für die Jahre 2025 bis 2028 wurden die geplanten Ausgaben daraufhin um insgesamt 22 Millionen Euro reduziert. Gleichzeitig läuft seit 2025 ein umfassender Reform- und Transformationsprozess, mit dem Organisation und Strukturen des Senders verändert werden sollen. Die Neuausrichtung soll bis 2027 abgeschlossen sein, wenn der SR und das Saarland auf ihr 70-jähriges Bestehen zurückblicken.

Der Rundfunkrat hält die bisherigen Sparmaßnahmen allerdings langfristig nicht für ausreichend. Nach Einschätzung seines Vorsitzenden Thomas Jakobs könne die Finanzierungslücke bei steigenden Kosten dauerhaft nur verhindert werden, wenn auch der Rundfunkbeitrag angepasst werde. Er verweist dabei auf die Beitragsempfehlung der KEF aus deren 25. Bericht. Auch Verwaltungsratsvorsitzende Elke Ferner fordert eine verlässliche und bedarfsgerechte Finanzierung und warnt vor Auswirkungen auf Programmangebot und journalistische Arbeit.

Programmlich zieht der SR für 2025 dagegen eine positive Bilanz. Im saarländischen Audiomarkt erreichten seine Hörfunkprogramme nach der Media Analyse 2025 Audio II werktäglich eine Tagesreichweite von 49,1 Prozent. Damit lag der SR nach eigenen Angaben im Vergleich der ARD-Landesrundfunkanstalten an der Spitze. Auch die Berichterstattung zur Tour de France hebt der Sender hervor. Die entsprechenden Übertragungen im Ersten kamen 2025 durchschnittlich auf 13,5 Prozent Marktanteil und erzielten damit den höchsten Wert seit 2015. Der «Tourfunk» führte im Juli zudem die Podcast-Abrufe der ARD-«sportschau» an. Die crossmediale Tour-Berichterstattung des SR wurde darüber hinaus für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Sportsendung“ nominiert.

Rundfunkratsvorsitzender Thomas Jakobs: „Der Jahresabschluss 2025 zeigt: Der Saarländische Rundfunk steht auch künftig vor der Aufgabe, seine wirtschaftliche Entwicklung verantwortungsvoll und nachhaltig zu gestalten. Der SR hat seit Jahren an vielen Stellen schon gespart, Stellen reduziert und Arbeitsabläufe verbessert. Aber das Maßnahmenpaket für die Jahre 2025 - 2028 wird dauerhaft die Finanzierungslücke nicht verhindern, wenn bei steigenden Kosten der Rundfunkbeitrag nicht angehoben wird. Der SR muss auch künftig in der Lage sein, seinen Programmauftrag zuverlässig zu erfüllen. Dafür braucht es eine verlässliche Finanzierung und die Umsetzung der KEF-Beitragsempfehlung aus dem 25. Bericht. Der Rundfunkrat wird den Reformprozess eng begleiten und dabei konstruktiv, aber auch kritisch auf die weitere Entwicklung des SR schauen.“

Verwaltungsratsvorsitzende Elke Ferner: „Der SR muss auch in Zukunft seinen gesetzlichen Auftrag erfüllen können. Ein vielfältiges Programmangebot für alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere mit Berichterstattung aus der Großregion, und unabhängiger Qualitätsjournalismus brauchen eine verlässliche und bedarfsgerechte Finanzierungsgrundlage. Unser Ziel als Verwaltungsrat ist ein wirtschaftlich stabiler und digital zukunftsfähiger Saarländischer Rundfunk mit einer starken regionalen Verankerung. Der Jahresabschluss 2025 macht deutlich, dass es darauf ankommt, die wirtschaftliche Situation des SR weiter zu stabilisieren und dabei frühzeitig die notwendigen Schritte einzuleiten. Die bereits umgesetzten Maßnahmen zur Ausgabenreduzierung und die laufende Organisationsreform sind dafür wichtige Grundlagen. Das alleine reicht aber nicht aus. Ohne die im Finanzierungsstaatsvertrag vereinbarte Umsetzung der Beitragsempfehlung der KEF wird der SR und der öffentlich-rechtliche Rundfunk insgesamt und damit die Meinungsvielfalt und die journalistische Unabhängigkeit erheblichen Schaden nehmen.“

SR-Intendant Martin Grasmück: „Der Jahresabschluss zeigt deutlich, dass wir vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. Zugleich haben wir allerdings frühzeitig unsere Hausaufgaben gemacht und Voraussetzungen geschaffen, um den SR in schwierigen Zeiten strukturell, organisatorisch und wirtschaftlich zukunftsfest aufzustellen.“
28.09.2026 17:34 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/175990