Rundschau: «Youth» trifft einen Nerv, Wonka schmeckt erstaunlich schal

Die neue HBO-Serie überzeugt mit schmerzhaft authentischen Alltagsbeobachtungen. «Brothers» wankt hingegen zwischen Meta-Gag und Sitcom-Klischee.

«Youth» (seit 21. September bei HBO Max)
Die Serie erzählt die Geschichte einer 50-jährigen Geschiedenen auf der Suche nach Liebe, Nähe und einem erfüllten Sexualleben. Gleichzeitig versucht sie, die Pflege ihrer kranken Eltern und die Herausforderungen eines Sohnes zu bewältigen, der eigentlich längst auf eigenen Beinen stehen sollte.

RogerEbert.com: “Während «Youth» manchmal Übertreibungen für komische Effekte nutzt, wirken die Details so authentisch, dass das Zuschauen sowohl vergnüglich als auch schmerzhaft sein kann. Die Dynamik zwischen Alex und Ruari schwankt zwischen liebevoll und völlig distanziert; oft nimmt er seine Ohrstöpsel nicht lange genug heraus, um zu hören, was seine Mutter gerade zu ihm gesagt hat – was, wenn man ein Kind im College-Alter hat, so nachvollziehbar ist, dass es einen regelrecht trifft. “



«A Different World» (seit 24. September bei Netflix)
Dwaynes und Whitleys rebellische Tochter Deborah beginnt ihr Studium am Hillman College. Im Schatten ihrer Eltern versucht sie, ihren eigenen Weg zu gehen und ihr Studentenleben voll auszukosten.

Variety: “Neben der Darstellung, wie Schüler und Lehrkräfte mit den aufgrund der Trump-Regierung fast nicht mehr vorhandenen Bundesmitteln zu kämpfen haben, integriert «A Different World» auch soziale Medien, einen Soundtrack mit Summer Walker, Mariah the Scientist und Alex Isley sowie mehrere Gastauftritte bekannter Künstler (was ein fester Bestandteil der Originalserie war). Darüber hinaus rückt die Serie mehr als nur romantische Beziehungen in den Mittelpunkt. Das Ende und das Scheitern von Freundschaften sind ein zentrales Thema, und das Publikum erhält zudem einen authentischen Einblick in das Leben von Dwayne und Whitley in den letzten vier Jahrzehnten. Netflix’ «A Different World» hat hohe Erwartungen zu erfüllen. Die erste Serie war ein bedeutender kultureller Meilenstein, der die schwarze Generation X auf eine Weise in den Mittelpunkt rückte, wie es im Fernsehen zuvor noch nie geschehen war.“



«Brothers» (seit 23. September bei AppleTV+)
Die Serie erzählt eine fiktive Version des Lebens von Matthew McConaughey und Woody Harrelson, deren enge Freundschaft auf die Probe gestellt wird, als sie beschließen, mit ihren Familien gemeinsam auf McConaugheys Ranch in Texas zu leben, nachdem die Hochzeit von Harrelsons Tochter geplatzt ist. Auf der Ranch entdecken McConaughey und Harrelson ein Familiengeheimnis, wonach die beiden möglicherweise Brüder sind.

The Hollywood Reporter: “Je nachdem, welche Folge man sich ansieht, ist «Brothers» entweder eine sehr meta-lastige, aber weitgehend unstrukturierte Komödie, in der das Zusammenspiel der Hauptdarsteller und unser Bewusstsein für ihre Identitäten die Quelle für gelegentliche Lacher sind, oder aber eine sehr klischeehafte Sitcom über ein ungleiches Freundespaar, oder auch ein noch meta-lastigerer Kommentar zu klischeehaften Sitcoms.“



«American Hostage» (seit 20. September bei Prime Video)
Ein psychologisch bizarrer Thriller, der in den 1970er Jahren spielt und von der erschütternden wahren Geschichte von Fred Heckman inspiriert ist, einem beliebten Radioreporter aus Indianapolis, der in eine lebensbedrohliche Krise gerät, als der Geiselnehmer Tony Kiritsis verlangt, live in seiner beliebten Radionachrichtensendung interviewt zu werden.

The Hollywood Reporter: “Ribisi und die Drehbuchautoren der Serie beschönigen Tony nicht übermäßig. Er ist ein chaotischer Typ mit einer Vorliebe dafür, sich auf theatralische und intensive (und illegale) Weise auszudrücken, aber er ist ein guter Nachbar, ein guter Bruder, und sein Traum von einem Restaurant, das schick, aber inklusiv ist, ist universell. Er redet schnell und sprüht vor nervöser Energie, was die Serie geschickt mit Polahas zurückhaltender Resignation kontrastiert – angesichts einer Notlage, die das unterbricht, was Tony für ein perfektes Leben hält, auch wenn den Zuschauern allmählich klar wird, dass es vielleicht genau das Gegenteil ist. Die Dynamik zwischen Entführer und Gefangener ist gut gelungen und erhält reichlich Sendezeit“



«Wonka's The Golden Ticket» (seit 23. September bei Netflix)
In dieser einzigartigen Reality-TV-Show betreten Kandidat*innen Wonkas Schokoladenfabrik, wo unvorhersehbare Spiele, Prüfungen und Versuchungen auf sie warten.

TV Guide: “Dass Studios beliebte Markenrechte aufkaufen, um Zuschauer anzulocken, ist nichts Neues, und es ist nicht einmal immer eine schlechte Idee. Aber wenn man sie bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet, indem man den abgestandenen Kern einer schlechten Serie mit nostalgischen Bildern verzuckert, macht das das Ganze einfach nur schlecht.“

25.09.2026 12:34 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/175890