Erst verliebt sich Virginie Efira in ein Kind, das nicht ihres ist, danach begleitet arte drei Männer auf ihrem Weg zum gemeinsamen Baby.

Was bedeutet Familie, wenn sie nicht dem klassischen Modell entspricht? Dieser Frage widmet arte am Mittwoch, 4. November, einen Abend mit zwei Erstausstrahlungen. Um 20.15 Uhr läuft zunächst Rebecca Zlotowskis Spielfilm
«Die Kinder der anderen» mit Virginie Efira. Direkt im Anschluss folgt um 21.55 Uhr die Dokumentation «Drei Väter und ein Baby». Beide Produktionen sind zeitgleich mit ihrer Fernsehausstrahlung auch online verfügbar.
Im französischen Drama «Die Kinder der anderen» steht die 40-jährige Rachel im Mittelpunkt. Die Lehrerin führt ein erfülltes Leben, als sie sich in Ali verliebt und dadurch dessen vierjährige Tochter Leïla kennenlernt. Zwischen Rachel und dem Mädchen entsteht schnell eine enge Beziehung. Sie holt Leïla von der Schule ab, kümmert sich um sie und wird immer stärker Teil des Familienalltags. Gerade diese Nähe führt Rachel jedoch vor Augen, wie unsicher ihre Position ist. Ihre Beziehung zu Leïla hängt letztlich davon ab, ob ihre Partnerschaft mit Ali Bestand hat. Gleichzeitig wird ihr eigener Kinderwunsch immer drängender. Leïlas Mutter Alice bleibt ebenfalls Teil der Familie. Regisseurin und Drehbuchautorin Rebecca Zlotowski griff damit eine Erfahrung auf, die sie selbst gemacht hatte: die Beziehung einer kinderlosen Frau zum Kind ihres Partners.
«Die Kinder der anderen» feierte 2022 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig Premiere. Virginie Efira wurde 2023 für ihre Darstellung der Rachel mit dem Prix Lumière als beste Schauspielerin ausgezeichnet. An ihrer Seite spielen Roschdy Zem als Ali, Callie Ferreira-Goncalves als Leïla und Chiara Mastroianni als Alice.
Nach dem Spielfilm wechselt ARTE von der Fiktion in die Realität.
«Drei Väter und ein Baby» begleitet Kristopher, David und Sindre. Die drei Männer sind Anfang 30, führen gemeinsam eine Beziehung und erwarten ihr erstes Kind. Kristopher ist der gebärende Vater. Die Dokumentation setzt bereits während der frühen Schwangerschaft ein und begleitet das Trio bis in das neue Leben als Eltern. Kristopher ist ein Transmann aus Norwegen. Obwohl er sich im Rahmen seiner Geschlechtsangleichung einer damals vorgeschriebenen Sterilisation unterziehen musste, blieb seine Gebärmutter funktionsfähig. Gemeinsam mit David und Sindre bereitet er sich nun auf die Geburt und das Familienleben zu dritt vor.
Die Regisseure Even G. Benestad und August B. Hanssen richten den Blick dabei nicht ausschließlich auf die außergewöhnliche Familienkonstellation. Schwangerschaft, Vorfreude, Unsicherheiten und die Frage, ob man auf das Elternsein überhaupt vorbereitet sein kann, bilden ebenso zentrale Bestandteile. Gleichzeitig beschäftigt sich der Film damit, wie das gesellschaftliche Umfeld auf die drei Väter und ihr Kind reagiert.