Nach dem Verbraucherfilm und einer neuen «Arena» widmet sich Das Erste am 12. Oktober einem lange unterschätzten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problem.

Das Erste setzt seinen Informationsabend am Montag, 12. Oktober, um 22.50 Uhr mit der «ARD Story»
«Die Wechseljahre – Zu heiß für Deutschland?» fort. Moderatorin Sabine Heinrich begibt sich darin auch auf eine persönliche Spurensuche. Die 49-Jährige bemerkt selbst körperliche, emotionale und hormonelle Veränderungen und fragt sich, ob sie bereits in den Wechseljahren angekommen ist.
In Deutschland befinden sich derzeit schätzungsweise neun bis elf Millionen Frauen in dieser Lebensphase. Zwei Drittel der Betroffenen leiden unter Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafproblemen, Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen. Trotzdem fehlt es nach Ansicht der Filmemacher vielerorts an Aufklärung, geeigneter medizinischer Versorgung und gesellschaftlicher Anerkennung.
Die Folgen reichen weit über das Privatleben hinaus. Eine Studie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin beziffert die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten durch Wechseljahresbeschwerden auf rund 9,4 Milliarden Euro. Viele betroffene Frauen arbeiten zudem in Branchen, die bereits unter einem erheblichen Fachkräftemangel leiden. Heinrich spricht deshalb auch mit Unternehmerinnen, Polizistinnen und Politikerinnen über notwendige Veränderungen am Arbeitsplatz.
Für den Film trifft die Moderatorin außerdem Ärztinnen, Forscherinnen, Aktivistinnen und Frauen, die offen von ihren Erfahrungen berichten. Eine Reise führt Heinrich nach England, wo Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet werden, Frauen während der Wechseljahre am Arbeitsplatz gezielt zu unterstützen. Antonia Coenen verantwortet die Dokumentation, die deutlich machen soll, dass Wechseljahre nicht nur eine private Gesundheitsfrage sind, sondern ebenso Arbeit, Gleichberechtigung und den Umgang der Gesellschaft mit älter werdenden Frauen betreffen.