Merz setzt auf Aufbruch: ‚Veränderungen kosten Kraft‘
Nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern meldet sich Bundeskanzler Friedrich Merz zu Wort. Statt eines Rückzugs stellt er den weiteren Reformkurs in den Mittelpunkt.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich am Sonntagabend nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zu Wort gemeldet. Nachdem im Vorfeld angesichts des erheblichen politischen Drucks auf den CDU-Chef sogar über seine Zukunft im Kanzleramt diskutiert worden war, schlug Merz in seiner Erklärung einen nach vorne gerichteten Ton an. Einen Rücktritt kündigte er nicht an.
„Veränderungen kosten Kraft“, sagte Merz unter anderem in seiner Ansprache. Damit stellte der Bundeskanzler die von seiner Regierung angestoßenen Reformen in den Mittelpunkt und machte deutlich, dass er am eingeschlagenen Kurs festhalten will. Schon in den vergangenen Monaten hatte Merz wirtschaftliche Reformen und Veränderungen der Sozialsysteme zu zentralen Vorhaben seiner Regierung erklärt.
Die Erklärung war mit besonderer Spannung erwartet worden. Merz hatte die CDU-Spitze für den Wahlabend ins Konrad-Adenauer-Haus geladen. Bereits vor Öffnung der Wahllokale galt der Sonntag als wichtiger politischer Test für den Kanzler: In Mecklenburg-Vorpommern drohte der CDU ein historisch schwaches Ergebnis, während sie in Berlin um ihre Position als stärkste Kraft kämpfen musste. Innerhalb der Union hatte Merz unmittelbar vor dem Wahlsonntag allerdings auch Rückendeckung erhalten.
Dass Merz bereits kurz nach 18.00 Uhr persönlich vor die Öffentlichkeit treten wollte, hatte die Spekulationen zusätzlich angeheizt. Am Nachmittag war bekannt geworden, dass er sich schon seit mehreren Stunden in der CDU-Parteizentrale aufhielt und dort Gespräche mit führenden Parteivertretern führte. Die Erklärung fiel nun jedoch nicht als Rückzugsrede aus, sondern als Versuch, den Blick auf die weitere Regierungsarbeit zu richten.