AMC+, BritBox, MGM+, PBS Masterpiece und Starz landen gemeinsam in einem Paket. Gerade für angeschlagene Anbieter könnte das Chance und Risiko zugleich sein.

Amazon treibt die Bündelung des amerikanischen Streamingmarktes weiter voran. Seit dem 15. September können Kunden in den Vereinigten Staaten von Amerika AMC+, BritBox, MGM+, PBS und Starz gemeinsam über Prime Video abonnieren. Das Paket kostet 29,99 US-Dollar pro Monat und ist damit laut Amazon knapp 39 Prozent günstiger als fünf separate Abonnements. Eine Prime-Mitgliedschaft ist für den Abschluss nach Unternehmensangaben nicht erforderlich.
Inhaltlich deckt das Paket ein breites Spektrum ab. AMC+ bringt unter anderem das «The Walking Dead»-Universum und die Anne-Rice-Serien ein, während BritBox auf britische Krimis und Dramen setzt. MGM+ steuert Eigenproduktionen wie «FROM» und «The Westies» bei. PBS ist mit internationalen Dramen und Mysteryserien vertreten, Starz unter anderem mit dem «Power»-Universum, «Outlander» und «P-Valley».
Gerade für AMC+ und Starz könnte die Konstruktion interessant sein. Beide Marken stehen in einem zunehmend schwierigen Streamingmarkt unter Druck und können über die enorme Reichweite von Prime Video möglicherweise Kunden erreichen, die sie als Einzelabonnement nicht gewinnen würden. Statt fünf verschiedene Dienste aktiv vermarkten zu müssen, verkauft Amazon ein vergleichsweise einfaches Gesamtpaket.
Allerdings zeigt der Preis auch die andere Seite der Strategie. Bei einem Rabatt von fast 39 Prozent stellt sich die Frage, welchen Wert die einzelnen Streamingmarken im Paket langfristig noch besitzen. Bundles können Kündigungen reduzieren und Reichweite schaffen, gleichzeitig aber den Preisdruck erhöhen und Kunden daran gewöhnen, mehrere Premiumangebote nur noch mit erheblichen Abschlägen zu abonnieren.