Zur neuen Spielzeit der «NFL» hat RTL, auch aufgrund des Sky-Deals, das Angebot noch einmal ordentlich aufgemöbelt. Eine Neuerung fand jedoch sichtlich harte Kritik.

In puncto
«NFL» wird es mittlerweile beinahe ähnliche kompliziert die Rechte-Situation darzulegen, wie das im Fußball hierzulande und international der Fall ist. Zunächst ist jedoch auch viel beim "Alten" geblieben, am gestrigen Sonntag, dem ersten regulären
«NFL»-Sonntag zeigte der Köln-Sender RTL live im Free-TV eine Partie. Das Match
«Buffallo Bills at Houston Texans» sicherte ab 19 Uhr im ersten Viertel 0,35 Millionen Zuschauer, 0,17 Millionen konnten der Zielgruppe zugesprochen werden. So lagen die ersten "Sonntags-Quoten" für die «NFL» bei RTL bei 1,9 Prozent im Gesmaten und 5,7 Prozent am Markt der Zielgruppe. Die komplett ersten Zahlen der neuen «NFL»-Saison (bei RTL) waren das jedoch nicht, denn bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ab 02:30 Uhr lief der «NFL LIVE Season Opener» mit dem Spiel «New England Patriots at Seattle Seahawks». Damit auch die erste Neuerung, obwohl der «Season Opener» bereits in der Vergangenheit im Free-TV gezeigt wurde, soll in der jetzt begonnen Saison jedes «Night Game» übertragen werden - demnach alle Spiele aus den Nächten auf Freitag, Montag oder Dienstag.
Beim «Season Opener» konnten in der Spitze 0,14 Millionen Zuschauer erreicht werden, die beste Zielgruppen-Reichweite lag bei 0,06 Millionen Zuschauern (jeweils 1. Viertel). Zurück zum gestrigen Sonntag, denn parallel zum Free-TV.-Spiel lief bei RTL ein weiteres "Top-Spiel" im Stream bei RTL plus - das ist wiederum nicht neu, es gab die Partie «New Orleans Saints at Detroit Lions» im Angebot. Zusätzlich gab es die wohl größte und gleichzeitige kontroverseste Neuerung am gestrigen Sonntag. Bei NITRO lief ebenfalls ab 19 Uhr die erste deutsche
«NFL-Konferenz». Das Konzept soll zumindest mal an den ersten drei Wochen der Saison im Free-TV beim Spartensender laufen, gezeigt wurden gestern alle laufenden Sonntags-Partien im Wechselspiel - und dazu eine gehörige Portion Werbung. Das stieß den Zuschauern mehr als sauer auf, die Kritik im Netz ist hierbei mehr als deutlich. Rein mit Blick auf die Zahlen lief die erste "deutschsprachige «NFL-Konferenz»" nicht wirklich gut - es folgten im Schnitt 0,12 Millionen Zuschauer von 19:00 Uhr bis 19:20 Uhr. Von 19:20 Uhr bis 22:00 Uhr folgten 0,19 Millionen Zuschauer und ab 22:00 Uhr dann 0,09 Millionen. Daher ergab sich Quoten von zunächst 0,7 Prozent, dann 0,8 und spät 1,0 Prozent. Die Zielgruppe holte mit 0,06, 0,11 und 0,04 Millionen Umworbenen Quoten von 2,0, 2,6 und 2,3 Prozent. Fraglich ist hier, wie sehr das Angebot im Free-TV gebraucht wird - immerhin läuft alles auch parallel bei Sky selbst. Der reine Pay-TV-Sender zeigte gestern außerdem die «NFL RedZone» und ein weiteres 19 Uhr-Spiel mit «Tempa Bay Buccaneers at Cincinnati Bengals».
Ab etwas 22:20 Uhr schaltete RTL im Hauptprogramm zum zweiten Match des Abends. Die Partie
«Washington Commanders at Philadelphia Eagles» sicherte dem Köln-Sender zu Beginn eine Quote von 2,6 Prozent, hierzu kamen 0,41 Millionen Zuschauer zusammen. Die Zielgruppe kam mit einem Marktanteil von 7,2 Prozent in das zweite Spiel des Abends, es konnten noch 0,23 Millionen Werberelevante ermittelt werden. Bei Sky lief parallel das Spiel «Green Bay Packers at Minnesota Vikings». Zum Ende der regulären zweiten Sonntags-Partie lagen die Reichweiten bei noch gesamt 0,22 Millionen sowie 0,09 Millionen Umworbenen - in die Nacht wurden daher im 4. Viertel 5,2 und 9,8 Prozent an Marktanteilen übergeben. Ab 02:20 Uhr lief dann parallel bei Sky und RTL das Night-Game «Dallas Cowboys at New York Giants». Hier waren zumindest bei RTL im ersten Viertel noch 0,14 Millionen Zuschauer dabei, was eine augenscheinlich gute Quote von 5,7 Prozent brachte. Die klassische Zielgruppe lieferte mit 0,03 Millionen Umworbenen eine Quote von 7,4 Prozent.
Noch zwei Sonntage probiert es RTL mit der neuen Konferenz bei NITRO - in der gestrige Version wird die Begeisterung der Zuschauer jedoch weiter gedämpft bleiben. Wie die «NFL» bei Sky ankommt, bleibt gleichzeitig fraglich. Es könnte zudem der Fall sein, dass Zuschauer aus dem Hauptprogramm zum Streaming abwandern, wie gewollt das sein wird, muss sich zeigen. DAZN macht indes das Rechte-Chaos weiterhin perfekt, denn wenn der Streaminganbieter auch keine Rechte mehr für die «NFL» hält, so können nutzer dennoch weiterhin den Season Pass der amerikanischen Liga durch einen DAZN-Account erwerben.