Hochwasser, Cyberangriffe und sogar ein möglicher Bündnisfall: Eine neue Dokumentation untersucht, wie gut deutsche Kliniken auf außergewöhnliche Krisen vorbereitet sind.

Das Erste beschäftigt sich mit der Krisenfestigkeit des deutschen Gesundheitssystems. Die
«ARD Story» „Im Ernstfall verletzlich – Wie krisenfest sind unsere Krankenhäuser?“ von Mareike Müller ist am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 22.50 Uhr zu sehen. Die Produktion von DOCDAYS Productions im Auftrag von rbb und HR nimmt dabei Gefahren in den Blick, die von Extremwetter über Hackerangriffe bis zu militärischen Konflikten reichen.
Die Ausgangslage ist schwierig: Viele Krankenhäuser kämpfen bereits im Normalbetrieb mit wirtschaftlichem Druck, Personalmangel und einem Investitionsstau. Gleichzeitig können gerade auf Effizienz ausgerichtete Strukturen im Krisenfall zum Problem werden, wenn Reserven fehlen. Stromversorgung, Wasser, IT, Kommunikation und Logistik sind eng miteinander verbunden – fällt ein Bereich aus, kann dies Auswirkungen auf den gesamten Krankenhausbetrieb haben. Für einen möglichen NATO-Bündnisfall wird laut Dokumentation mit rund 1.000 zusätzlichen Patienten pro Tag gerechnet, die versorgt werden müssten.
Wie schnell aus einem Krankenhaus selbst ein Krisenort werden kann, zeigt das St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. Während des Hochwassers 2021 brach dort nach und nach die Infrastruktur zusammen. Schließlich mussten rund 300 Patienten evakuiert werden. Die «ARD Story» blickt zurück auf die damaligen Ereignisse und fragt, welche Konsequenzen die Klinik daraus für künftige Extremwetterlagen gezogen hat.
Ein anderes Risiko zeigt das Universitätsklinikum Frankfurt. Nach einem Hackerangriff im Oktober 2023 musste das interne Netzwerk vom Internet getrennt werden. Die medizinische Versorgung konnte fortgesetzt werden, doch eine der größten Kliniken Deutschlands musste zeitweise ohne die gewohnte digitale Vernetzung arbeiten. Der Fall verdeutlicht, wie stark moderne Krankenhäuser inzwischen von einer funktionierenden IT-Infrastruktur abhängig sind.
An der Berliner Charité richtet Mareike Müller den Blick schließlich auf mögliche zukünftige Krisen. Gemeinsam mit der Bundeswehr werden dort Ernstfälle trainiert und Strukturen auf ihre Belastbarkeit überprüft. Ergänzend schaut die Dokumentation nach Schweden und untersucht, wie dort Kliniken auf außergewöhnliche Situationen vorbereitet werden. Im Zentrum steht letztlich die Frage, wie viele Reserven sich Deutschland leisten muss, damit die medizinische Versorgung auch dann funktioniert, wenn der Normalbetrieb nicht mehr möglich ist.