Deutscher Fernsehpreis 2026: Die Gewinner

Neben zahlreichen nachvollziehbaren Entscheidungen sorgte die Jury aber auch für einige Überraschungen.

Nach der „Nacht der Kreativen“ am Dienstagabend folgte am Mittwoch in Köln die Hauptverleihung des Deutschen Fernsehpreises 2026. In der Fiktion setzte sich «Olivia» als bester Fernsehfilm beziehungsweise Mehrteiler gegen «Die Nichte des Polizisten» und den «Tatort» „Dunkelheit“ durch. Zur besten Drama-Serie wurde «Hundertdreizehn» gekürt, während «Chabos» den Preis als beste Comedy-Serie erhielt. Das junge Ensemble der ZDFneo-Produktion wurde zusätzlich mit dem Förderpreis bedacht. Bei den Schauspielern gewann Tom Schilling für «Achtsam Morden», Karin Hanczewski bekam den Preis für «Call My Agent Berlin».

In der Unterhaltung gehörte RTL zu den Gewinnern. «Wer weiß wie wann was war?» von Raab Entertainment wurde zur besten Unterhaltungsshow gekürt. Bei Comedy/Late Night setzte sich das ZDF mit «heute-show extra: Next Stop Köster» durch. Kabel Eins konnte sich über die Auszeichnung für «Roadtrip Australien – Drei Spitzenköche auf vier Rädern» als bestes Factual Entertainment freuen. Den Reality-Preis holte hingegen die ARD-Produktion «Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung».

Für eine der überraschenderen Entscheidungen sorgte die Kategorie Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung. Laura Wontorra gewann für ihre Moderation von «Deutschland sucht den Superstar» und setzte sich damit gegen Pierre M. Krause sowie stellvertretend drei Mitglieder des Tänzer-Ensembles von «Let's Dance» durch. Dass ausgerechnet Wontorras Arbeit bei «DSDS» als herausragende Moderationsleistung des Fernsehjahres bewertet wurde, dürfte zumindest für Diskussionen sorgen. Allerdings war das Feld der übrigen Nominierten ebenfalls ziemlich seltsam besetzt.

Auch im Informationsbereich traf die Jury eine bemerkenswerte Wahl. «Markus Lanz» wurde als Beste Information ausgezeichnet. Die ZDF-Talkshow setzte sich gegen «Was Deutschland verbindet» und die ntv-Live-Berichterstattung zum Tag des USA-Iran-Kriegs durch. Lanz' journalistische Leistung mag die Jury überzeugt haben – sie hatte bei der Nominierung insbesondere sein beharrliches Nachfragen und das Offenlegen von Widersprüchen hervorgehoben. Dennoch wirkt die Einordnung einer etablierten Talkshow als beste Informationssendung neben aktueller journalistischer Live-Berichterstattung zumindest ungewöhnlich.

Bei den Dokumentationen ging der Preis an «Joko & Klaas LIVE» „#dontlookaway“ von ProSieben und Florida Entertainment. Als beste Doku-Serie wurde «Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden» ausgezeichnet. WELT-Journalist Ibrahim Naber erhielt für seine Ukraine-Berichterstattung den Preis für die beste Moderation beziehungsweise Einzelleistung Information. Im Sport entschied die WM-Berichterstattung 2026 von MagentaTV und ThinXpool das Rennen für sich.

FIKTION


Bester Fernsehfilm/Mehrteiler
- «Die Nichte des Polizisten» (ARD/SWR/NDR/W&B Television/EPO-Film)
- «Olivia» (ZDF/Florida Film)
- «Tatort: Dunkelheit» (ARD/Degeto/hr/Sommerhaus Filmproduktion)

Beste Drama-Serie
- «Hundertdreizehn» (ARD/Degeto/ORF/WDR/Windlight Pictures/Satel Film)
- «Maxton Hall – Die Welt zwischen uns» (Prime Video/UFA Fiction)
- «Die Nibelungen – Kampf der Königreiche» (RTL+/Constantin Film/Wilma Film)
- «Schattenseite» (ARD/Degeto/hr/funk/Dreamtool Entertainment)
- «Unfamiliar» (Netflix/Gaumont)

Beste Comedy-Serie
- «Achtsam Morden» (Netflix/Constantin Film)
- «Chabos» (ZDFneo/BBC Studios)
- «Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage» (SAT.1/Brainpool TV/Good Humor)

Beste Schauspielerin
- Derya Akyol für «Euphorie» (RTL+/Zeitsprung Pictures)
- Samirah Breuer für «Schattenseite» (ARD/Degeto/hr/funk/Dreamtool Entertainment)
- Annette Frier für «Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage» (SAT.1/Brainpool TV/Good Humor)
- Karin Hanczewski für «Call My Agent Berlin» (Disney+/Friday Film/Wild Brunch Germany)
- Magdalena Laubisch für «Die Nichte des Polizisten» (ARD/SWR/NDR/W&B Television/EPO-Film)

Bester Schauspieler
- Josef Hader für «Sturm kommt auf» (ZDF/ORF/Claussen+Putz Filmproduktion/Film AG)
- Edin Hasanović für «Tatort: Dunkelheit» (ARD/hr/Sommerhaus Filmproduktion)
- Johannes Hegemann für «Olivia» (ZDF/Florida Film)
- Johannes Kienast für «Chabos» (ZDFneo/BBC Studios)
- Tom Schilling für «Achtsam Morden» (Netflix/Constantin Film)

Förderpreis
- Das junge Ensemble von «Chabos» (ZDFneo/BBC Studios)

Unterhaltung


Beste Unterhaltung Show
- «Sing meinen Song – Das Tauschkonzert» (VOX/ITV Studios Germany)
- «Wer weiß denn sowas?» (ARD/NDR/ORF/UFA Show & Factual)
- «Wer weiß wie wann was war?» (RTL/Raab Entertainment)

Beste Comedy/Late Night
- «Die Anstalt – Die IRANstalt 2» (ZDF/Content Laden)
- «heute-show extra: Next Stop Köster» (ZDF/Prime Productions)
- «TV total» (ProSieben/Brainpool Entertainment)

Bestes Factual Entertainment
- «The Race» (Joyn/studio flitz)
- «Roadtrip Australien – Drei Spitzenköche auf vier Rädern» (Kabel Eins/south&browse)
- «Song Trip» (ZDF/Content Laden)

Beste Unterhaltung Reality
- «Princess Charming» (RTL+/Seapoint Productions)
- «Villa der Versuchung» (SAT.1/Banijay Productions Germany)
- «Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung» (ARD/BR/SWR/WDR/ITV Studios Germany)

Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung
- Evgeny Vinokurov, Marta Arndt, Malika Dzumaev stv. für das Ensemble der Tänzer:innen für «Let‘s Dance» (RTL/Seapoint Productions)
- Pierre M. Krause für «Kurzstrecke mit Pierre M. Krause» (ARD/SWR/dibido.tv)
- Laura Wontorra für «Deutschland sucht den Superstar» (RTL/UFA Show & Factual)

Information


Beste Information
- «Markus Lanz» (ZDF/Mhoch2/Fernsehmacher)
- «ntv live zum Tag des USA-Iran-Kriegs mit Raschel Blufarb» (ntv)
- «Was Deutschland verbindet» (ARD/hr/MDR)

Bestes Infotainment
- «Hirschhausen und die Deepfake-Mafia» (ARD/WDR/BR/hr/MDR/NDR/RB/rbb/SR/SWR/Bilderfest)
- «LINDA ZERVAKIS. Dumm, Dümmer, Deutschland? Raus aus der Bildungskrise!» (ProSieben/ Nordend Film)
- «Terra Xplore mit Dr. Leon Windscheid» (ZDF/Doclights)

Beste Dokumentation/Reportage
- «Die gefährlichsten Firmen der Welt – Big Tech» (ZDFinfo/Nordend Film)
- «Joko & Klaas LIVE – #dontlookaway» (ProSieben/Florida Entertainment)
- «Naziland – Deutschlands dunkelste Seite» (RTL/Spiegel TV)
- «Terra X History: Ein Tag im Juli – Ahrtalflut 2021» (ZDF/Loopfilm)
- «THILO MISCHKE. Dikta-Tour – das Comeback der Autokraten» (ProSieben/pqpp2)

Beste Doku-Serie
- «Der Anschlag» (3sat/ZDF/eikon)
- «Countdown zur Diktatur» (ZDFinfo/Spiegel TV)
- «Die Diplomaten – Inside Auswärtiges Amt» (ZDF/KR.FILM)
- «Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden» (ZDF/Flare Film/Undone)
- «WM 1994 – Elf Helden, ein Albtraum» (ARD/NDR/BR/WDR/Broadview TV)

Beste Moderation/Einzelleistung Information
- Louis Klamroth für «Hart aber fair: Notfall Pflege – Wer sorgt für ein Altern in Würde?» (ARD/WDR/hr/Florida Factual)
- Ibrahim Naber für Ukraine-Berichterstattung (WELT)
- Sarah Tacke als Rechtsexpertin des ZDF (ZDF)

Beste Sportsendung
- «Finale der FIBA EuroBasket 2025» (RTL/RTL News)
- «Handball-EM 2026» (ARD/ZDF)
- «Roland-Garros Finale der Herren 2026» (Eurosport)
- «Tour de France 2025» (ARD)
- «WM-Berichterstattung 2026» (MagentaTV/ThinXpool)

Ehrenpreis
- Peter Kloeppel für sein Lebenswerk

Die Gewinner der Kreativen Nacht finden Sie hier.
09.09.2026 21:10 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/175369