Désirée Nosbusch gibt mit «Poison» ihr Regiedebüt

Tim Roth und Trine Dyrholm spielen ein getrenntes Paar, das sich zehn Jahre nach dem Tod seines Sohnes am Grab wiederbegegnet.

Zwei Menschen, ein Friedhof und zehn Jahre unausgesprochener Schmerz: arte zeigt am Montag, 19. Oktober 2026, um 23.05 Uhr «Poison – Eine Liebesgeschichte». Das intime Drama markiert das Spielfilm-Regiedebüt von Désirée Nosbusch. Bereits ab dem 12. Oktober steht der Film online zur Verfügung, eine Wiederholung läuft in der Nacht zum 23. Oktober um 1.25 Uhr.

Edith und Lucas waren einmal verheiratet, doch der Tod ihres gemeinsamen Sohnes brachte die Beziehung zum Scheitern. Wegen der Verlegung seines Grabsteins treffen sie nach zehn Jahren Funkstille erstmals wieder aufeinander. Aus der zunächst zurückhaltenden Begegnung entwickelt sich ein intensiver Streit über Schuld, Wut, verdrängte Erinnerungen und die Frage, ob ihre Liebe den Verlust hätte überstehen können.

Während Edith ihren Schmerz bewusst festhält, um das frühere gemeinsame Leben nicht zu vergessen, hat Lucas versucht, die Trauer hinter sich zu lassen. Sie wirft ihm vor, sie damals im Stich gelassen zu haben. Er wiederum glaubt, dass Ediths Erstarrung einen gemeinsamen Weg aus der Krise unmöglich gemacht habe. Trotz der gegenseitigen Verletzungen schafft es keiner von beiden, den Friedhof zu verlassen.

Die Zwei-Personen-Geschichte basiert auf Lot Vekemans’ international aufgeführtem Theaterstück „Gift – Eine Ehegeschichte“. Judith Kaufmann übertrug die Bühnenvorlage mit einer zurückhaltenden Bildgestaltung auf die Leinwand. «Poison» feierte 2024 beim Filmfest München seine Weltpremiere. Beim Galway Film Fleadh wurde Nosbusch mit dem Peripheral Visions Award für den besten Film ausgezeichnet. Produziert wurde das Drama von Deal Productions, Phanta Film, Studio Hamburg UK, FFL und Arte.
07.09.2026 08:48 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/175197