arte blickt auf das Experiment der Reformuniversität Vincennes

Die achtteilige Produktion verbindet historische Ereignisse mit fiktionalen Figuren und Archivmaterial.

Ab Mittwoch, 16. September, stellt arte alle acht Folgen von «Die Revoluzzer» online bereit. Im Fernsehen startet die französische Serie am Donnerstag, den 24. September, um 22.35 Uhr mit den ersten drei Episoden. Am 1. Oktober folgen die restlichen Folgen vier bis acht. Im Mittelpunkt steht das außergewöhnliche Experiment der Reformuniversität Vincennes, die nach den Studentenprotesten von 1968 als antiautoritäres Modellprojekt gegründet wurde.

Die Handlung beginnt im Paris des Jahres 1969, als die neu geschaffene Universität Vincennes ohne klassische Hierarchien, Autoritäten oder soziale Schranken einen Neuanfang wagen will. Während Kommunisten, Maoisten und Studierende ihre Vorstellungen einer neuen Gesellschaft diskutieren, beobachtet der französische Staat das Projekt mit großem Misstrauen. Im Zentrum der Geschichte steht die Prostituierte Claudine, die in einem Wohnwagen am Waldrand neben dem Campus lebt. An der Universität wird sie von den Aktivisten als vermeintlich "echte Proletarierin" zur Symbolfigur ihrer Ideale erhoben. Gleichzeitig treffen Persönlichkeiten wie der radikale Dozent Gérard, die engagierte Studentin Françoise und der als Spitzel eingesetzte Polizist Jacques aufeinander, wodurch politische Überzeugungen, Machtkämpfe und persönliche Beziehungen immer stärker miteinander verschmelzen.

Die achtteilige Serie stammt von Benjamin Charbit und Dominique Baumard, die auch Regie führten und gemeinsam mit Homeïda Behi die Drehbücher schrieben. Dabei kombiniert «Die Revoluzzer» fiktionale Handlung mit historischem Archivmaterial, in dem Intellektuelle der damaligen Zeit zu Wort kommen. Die Produktion greift Themen wie gesellschaftlichen Wandel, Machtstrukturen, Gleichberechtigung und politische Radikalisierung auf und erzählt zugleich mit Humor von einem einzigartigen Kapitel französischer Zeitgeschichte. In den Hauptrollen sind unter anderem Manon Kneusé, Pierre-François Garel, Lulja Comar, Grégory Gadebois, Vincent Elbaz und Reda Bendahou zu sehen.
30.08.2026 07:15 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/174961