ZDF startet mit Gottesdienst und Doku in den Tag der Deutschen Einheit

Am 3. Oktober verbindet das ZDF einen ökumenischen Festgottesdienst aus Bremen mit einer Dokumentation über ostdeutsche Transformationserfahrungen.

Mit einem ökumenischen Festgottesdienst aus dem St. Petri-Dom in Bremen beginnt das ZDF am Samstag, 3. Oktober 2026, seine Berichterstattung zum Tag der Deutschen Einheit. Die Übertragung startet um 10.00 Uhr und steht unter dem Motto "Viele Stärken – Ein Land". Bremen richtet in diesem Jahr die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus.

Der Gottesdienst beschäftigt sich mit der Frage, was Menschen stark macht und was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält. Als Leitmotiv dient dabei das Bild der Bremer Stadtmusikanten. Musikalisch gestalten der Bremer Domchor und die Kammersinfonie Bremen die Feier mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Leitung übernimmt Domkantor Tobias Gravenhorst, Domorganist Stephan Leuthold begleitet den Gottesdienst auf der Sauer-Orgel.

Direkt im Anschluss zeigt das ZDF ab 11.00 Uhr die Dokumentation «Im Osten was Neues» von Frank Diederichs und Marco Irrgang. Der Film aus dem Jahr 2025 beschäftigt sich mit den tiefgreifenden Veränderungen, die die Wiedervereinigung für Ostdeutschland mit sich brachte. Demokratie und Marktwirtschaft eröffneten neue Freiheiten, gingen jedoch zugleich mit Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichen Brüchen und gesellschaftlichen Demütigungen einher.

Die Dokumentation geht der Frage nach, welche Erfahrungen aus der Transformation der ostdeutschen Gesellschaft heute wieder an Bedeutung gewinnen könnten. Thematisiert wird unter anderem, dass der "Aufbau Ost" vielerorts einem "Nachbau West" entsprach und zahlreiche Institutionen der DDR abgewickelt oder grundlegend umgestaltet wurden. Zugleich verweist der Film darauf, dass Menschen mit ostdeutschen Biografien auch Jahrzehnte später in vielen Führungspositionen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Justiz, Kultur und Militär unterrepräsentiert seien. «Im Osten was Neues» beschäftigt sich außerdem mit einem neuen ostdeutschen Selbstbewusstsein. Die Erfahrung, eine Diktatur überwunden und einen umfassenden gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Wandel bewältigt zu haben, könne angesichts aktueller Krisen von Industrie und internationaler Ordnung einen Erfahrungsvorsprung darstellen.
29.08.2026 07:08 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/174953