Histoire TV blickt hinter den Mythos der 300 Spartaner

Neben einer Dokumentation über die tatsächlichen Ereignisse bei der Schlacht an den Thermopylen beschäftigt sich der französische Sender mit der jahrhundertelangen Verfolgung vermeintlicher Hexen.

Am Montag, 14. September, zeigt Histoire TV um 20.50 Uhr die 52-minütige Dokumentation «300: La vraie histoire de la bataille des thermopyles». Vivien Floris übernahm sowohl Drehbuch als auch Regie. Ausgangspunkt ist die berühmte Schlacht aus dem Jahr 480 vor Christus, bei der der spartanische König Leonidas und eine griechische Koalition versuchten, das persische Heer unter Xerxes am Thermopylenpass aufzuhalten.

In der Popkultur ist die Auseinandersetzung vor allem durch Zack Snyders Film «300» bekannt. Die Dokumentation möchte nun Mythos und historische Wirklichkeit voneinander trennen. Waren tatsächlich lediglich 300 Spartaner an der Verteidigung beteiligt? Und verfügte Xerxes wirklich über das gewaltige Heer, von dem spätere Überlieferungen berichten? Historiker ordnen die Ereignisse ein, während aufwendige Rekonstruktionen zeigen sollen, was sich vor rund 2.500 Jahren tatsächlich an den Thermopylen ereignete.

Bereits am Samstag, 12. September, steht um 20.50 Uhr «Écrit et réalisé par Dominique Eloudy-Lenys» auf dem Programm. Die ebenfalls 52-minütige Dokumentation wurde von Dominique Eloudy-Lenys geschrieben und inszeniert. Der Film zeichnet nach, wie sich das Bild der Hexe über die Jahrhunderte verändert hat und weshalb die Figur inzwischen auch innerhalb des zeitgenössischen Feminismus wieder aufgegriffen wird.

Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Verfolgung von Frauen zwischen Mittelalter und Renaissance. Die Dokumentation vertritt die These, dass vermeintliche Hexen vielfach als unabhängige und mächtige Frauen wahrgenommen wurden, die sich den patriarchalen Normen ihrer Zeit widersetzten. Innerhalb von rund 200 Jahren seien nahezu 100.000 Frauen beschuldigt, verurteilt und von religiösen oder weltlichen Autoritäten verbrannt worden. Der Film bezeichnet diese Verfolgung als ersten Femizid der Geschichte.
21.08.2026 00:11 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/174726