arte begibt sich auf eine «Kleine Kulturgeschichte der Erotik»

Die neue Dokumentation zeichnet nach, wie sich der Blick auf Nacktheit und Erotik von der Antike bis in die Gegenwart verändert hat.

arte nimmt am Samstag, 12. September, um 22.35 Uhr die Darstellung von Erotik in Kunst und Kultur in den Blick. Die Erstausstrahlung der Dokumentation «Kleine Kulturgeschichte der Erotik» ist bereits ab dem 5. September online verfügbar und kann bis zum 9. März 2027 in der Mediathek abgerufen werden. Regie führte Patrick Catuz, der zugleich als Moderator durch den Film führt.

Die Dokumentation untersucht, wie sich der gesellschaftliche Umgang mit Nacktheit und sexuellen Darstellungen über die Jahrhunderte verändert hat. Ausgangspunkt ist die Antike, in der erotische Motive vielerorts zum Alltag gehörten – etwa in den Wandmalereien von Pompeji oder auf zahlreichen Alltagsgegenständen. Erst mit dem Einfluss des Christentums wandelte sich der Blick auf den menschlichen Körper grundlegend und moralische Vorstellungen prägten zunehmend die Kunst.

Neben historischen Entwicklungen richtet der Film den Fokus auch auf die Frage, wer Erotik eigentlich darstellt. Über Jahrhunderte dominierten männliche Künstler den Blick auf den nackten Körper, während Frauen meist als Motiv dienten. Heute sorgen hingegen zunehmend Künstlerinnen, Autorinnen und Filmemacherinnen für neue Perspektiven und hinterfragen traditionelle Darstellungen von Sexualität und Begehren.

«Kleine Kulturgeschichte der Erotik» verbindet kunsthistorische Einordnungen mit Beispielen aus Malerei, Literatur und Film. Dabei geht Patrick Catuz auch der Frage nach, ob eine zeitgenössische erotische Kunst überhaupt noch möglich ist, wo heute gesellschaftliche Tabus verlaufen und wie sich Moralvorstellungen im Laufe der Geschichte immer wieder verändert haben.
16.08.2026 07:23 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/174553