ARD Mediathek thematisiert Nahverkehrs-Gewalt und Soldatinnen

Auch Samuel Kutger ist im Line-Up der ARD Mediathek aufgezählt, schließlich geht «Money Maker» mit einem weiteren Film weiter.

Zum Monatsende September setzt die ARD in ihrer Mediathek auf drei neue Dokumentationen, die gesellschaftliche Entwicklungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Den Auftakt macht am 22. September die 45-minütige «ARD Story» «Nächster Halt: Weniger Gewalt? – Angst in Bus und Bahn», die für ein Jahr in der ARD Mediathek verfügbar sein wird. Die Produktion begleitet Beschäftigte und Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr und zeigt, wie sie mit Bedrohungen und Gewalt umgehen. Straßenbahnfahrerin Sabine Weigle von der Düsseldorfer Rheinbahn berichtet von Beleidigungen und Übergriffen: „Wenn Männer aggressiv und laut werden, hat man immer ein mulmiges Gefühl.“ Gezeigt werden außerdem neue Sicherheitsmaßnahmen wie KI-gestützte Kameras, Bodycams und zusätzliche Sicherheitskräfte. Rheinbahn-Vorstandsvorsitzende Anette Grabbe erklärt: „Der öffentliche Nahverkehr muss objektiv sicher sein und sich für die Menschen auch so anfühlen.“ Auch die Perspektive der Fahrgäste kommt zur Sprache. Ein Mann schildert, wie er nach einem Streit in einer Dortmunder Bahn durch einen Messerangriff verletzt wurde.

Eine Woche später, am 29. September, folgt die neue «Report Mainz»-Dokumentation „Belästigt. Gemobbt. Missbraucht. Soldatinnen in Gefahr?“. Der 30-minütige Film steht für zwei Jahre in der ARD Mediathek bereit und läuft am selben Abend um 21.45 Uhr im Ersten. Im Mittelpunkt stehen Recherchen zu Diskriminierung und sexuellen Übergriffen innerhalb der Bundeswehr. Betroffene Soldatinnen berichten von ihren Erfahrungen und schildern eine Kultur, in der problematische Situationen bagatellisiert oder sogar toleriert würden. Die Dokumentation fragt, ob der Umgang mit Frauen strukturelle Probleme aufweist und ob die Bundeswehr ausreichend gegen Sexismus und Diskriminierung vorgeht. Angesichts der geplanten personellen Aufstockung der Streitkräfte wird zugleich die Frage aufgeworfen, wie attraktiv die Bundeswehr als Arbeitgeberin für Frauen tatsächlich ist.

Am 30. September ergänzt die MDR-Produktion «Money Maker» mit „Samuel Kutger – Mit 14 Unternehmer, mit 18 Millionär“ das Angebot der ARD Mediathek. Die halbstündige Dokumentation begleitet den heute 18-jährigen Photovoltaik-Unternehmer Samuel Kutger aus der Region Frankfurt am Main. Bereits mit 14 Jahren erhielt er per Gerichtsbeschluss die Erlaubnis, ein Unternehmen zu gründen. Die Doku zeigt nicht nur seinen geschäftlichen Erfolg mit der Solarstromfirma «Emsbo» und weiteren Projekten, sondern auch die Schattenseiten seines außergewöhnlichen Werdegangs. Thematisiert werden der Spagat zwischen Schule und Unternehmen, soziale Isolation, der Schulabbruch zugunsten der Firma sowie der Leistungsdruck, dem sich der junge Unternehmer ausgesetzt sieht. Zudem wird deutlich, dass auch sein rasant wachsendes Unternehmen mit den Herausforderungen eines schwieriger gewordenen Solarmarktes konfrontiert ist.
06.08.2026 05:55 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/174266