WDR beendet «Frau tv»

Künftig sollen neue digitale Formate und Dokumentationen Frauen- und Gleichstellungsthemen einem größeren Publikum näherbringen.

Der WDR verabschiedet sich vom linearen Magazin «Frau tv». Stattdessen will der Sender seine Angebote für weibliche Zielgruppen künftig stärker digital ausrichten und neue Formate entwickeln, die speziell für die ARD Mediathek und soziale Netzwerke produziert werden. Ziel sei es, Themen wie Frauenrechte, Frauengesundheit, Emanzipation, Selbstbestimmung oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Hintergrund der Entscheidung sind die seit Jahren rückläufigen Einschaltquoten. Das klassische Fernsehmagazin erreichte im vergangenen Jahr im WDR Fernsehen nur noch einen durchschnittlichen Marktanteil von 3,4 Prozent sowie 131.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in Nordrhein-Westfalen. Bereits konkrete Nachfolgeprojekte sind geplant. Am 12. Oktober 2026 veröffentlicht der WDR die Dokumentation «Die Wechseljahre: Zu heiß für Deutschland?» mit Sabine Heinrich als Teil der «ARD-Story» im Ersten und in der ARD Mediathek. Im Herbst folgt zudem das Social-Reality-Format «Vibes – Find your fire», das neun Frauen in einer persönlichen Umbruchphase begleitet.

Parallel setzt der WDR seinen Ausbau digitaler Angebote fort. Der Instagram-Kanal «Mädelsabende» richtet sich bereits heute an eine jüngere Zielgruppe und behandelt Themen wie Frauengesundheit, Sexualität und Selbstverständnis. Auch der Facebook-Auftritt von «Frau tv» soll über das Ende der Fernsehsendung hinaus bestehen bleiben und weiterentwickelt werden.

Andrea Schafarczyk, WDR-Programmdirektorin NRW, Wissen und Kultur: „Mit «Frau tv» verabschieden wir uns von einem langjährigen Fernsehformat, aber ganz ausdrücklich nicht von Angeboten für Frauen. Ganz im Gegenteil: Themen wie Frauenrechte, gesundheitliche Chancengleichheit, Frauengesundheit, Selbstbestimmung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Beziehungen haben bei uns eine lange Tradition und sind für den WDR unverzichtbar – sie liegen uns sehr am Herzen. Unser Ziel ist, mit anderen Erzählformen und Verbreitungswegen für diese Themen eine größere Aufmerksamkeit zu erzielen, als es uns mit dem klassischen Magazinformat gelungen ist. Auch wenn die letzte Sendung noch nicht ausgestrahlt ist, danke ich schon jetzt dem ganzen Team – den Autorinnen und Autoren, der Redaktion und natürlich den beiden Moderatorinnen Lisa Ortgies und Sabine Heinrich – ganz herzlich für ihre starke und engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren.“
05.08.2026 06:56 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/174227